Smart Grid

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Was ist Smart Grid?

Smart Grid bedeutet auf Deutsch intelligentes Stromnetz. Bei dieser technischen L├Âsung spielt der Austausch von Daten eine zentrale Rolle. Die Betreiber vernetzen s├Ąmtliche Komponenten der Infrastruktur miteinander, dazu geh├Âren die Erzeugeranlagen, Stromspeicherwerke sowie die Stromz├Ąhler bei den Verbrauchern. S├Ąmtliche Erzeugungs-, Speicher- und Verbrauchsdaten rufen die Unternehmen in Echtzeit ab. Dank dieser Daten k├Ânnen sie die Stromversorgung optimieren und eine stabile Stromlieferung garantieren.

Intelligente Stromnetze bei dezentralisierter Erzeugung unverzichtbar

Mit Smart Grid wollen Netzbetreiber einen besseren Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage schaffen. Angesichts der Energiewende kommt dem eine herausragende Bedeutung zu: Kleine, dezentrale Kraftwerke ersetzen zunehmend Gro├čkraftwerke wie Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke. Neben Strom aus KWK-Anlagen w├Ąchst der Anteil von erneuerbaren Energien wie Windkraft und Fotovoltaik. Das Problem ist, dass viele dieser Anlagen mit starken Schwankungen Strom produzieren. Bei der Windkraft und der Fotovoltaik h├Ąngt das unmittelbar von den Wetterverh├Ąltnissen ab. Das gef├Ąhrdet die Versorgungssicherheit. Intelligente Stromnetze, die neben Energie Daten transportieren, sollen Abhilfe schaffen:

  • Die Daten dienen in Echtzeit der ├ťberwachung. Netzbetreiber erkennen fr├╝hzeitig Probleme und k├Ânnen beispielsweise bei Strommangel die Leistung einzelner Kraftwerke steigern.
  • Netzbetreiber k├Ânnen steuernd beim Verbrauch eingreifen. Daf├╝r eignen sich dynamische Strompreise.

Dynamische Stromtarife als Steuerungsinstrument

Fr├╝her gab es weitverbreitet Nachtstromtarife. Diese boten Unternehmen insbesondere Kunden mit Nachtspeicher├Âfen an. Diese Zielgruppe konnte nachts zu einem verbilligten Tarif Strom beziehen, zu einer Tageszeit, in welcher der Stromverbrauch niedrig war. Dynamische Stromtarife in Zeiten von Smart Grid basieren auf demselben Prinzip, sie sind aber wesentlich differenzierter. Es gibt keine festen Zeitpunkte f├╝r einen rabattierten Strombezug, die Preise passen sich st├Ąndig an die aktuelle Situation an. Dank der Echtzeit-Daten k├Ânnen Energieversorger das problemlos realisieren. Sie wollen damit Gro├čverbraucher in der Wirtschaft sowie Privatkunden, die beispielsweise den Akku ihres Elektroautos aufladen, ansprechen. Mit dynamischen Strompreisen lenken sie diese Verbraucher bewusst in Phasen des ├ťberangebots von Strom.

Digitale Stromz├Ąhler als entscheidende Voraussetzung

Um die Verbrauchsdaten ├╝berwachen zu k├Ânnen, bedarf es digitaler Stromz├Ąhler. Diese Stromz├Ąhler liefern permanent die aktuellen Daten an die Versorger, zum Beispiel ├╝ber den Internetanschluss. Zugleich k├Ânnen Verbraucher diese Daten online einsehen. Auf dieser Basis k├Ânnen sie ihren Verbrauch je nach momentaner Preissituation regulieren. Sie erkennen auch leichter, ob sie Strom verschwenden. Viele Stromversorger statten ihre Kunden seit wenigen Jahren mit diesen Smart Meters aus, allerdings befindet sich diese Umr├╝stung vielerorts noch in der Pilotphase. Es mangelt weiterhin an einem konsequenten nationalen Aktionsplan und gr├Â├čeren Anstrengungen der Versorger.

Smart Grid in ├Âkonomischer Sicht

Netzbetreiber stehen momentan vor zwei Problemen: Zum einen drohen angesichts der stark schwankenden Stromerzeugung Stromausf├Ąlle, wenn die Nachfrage das Angebot ├╝bertrifft. Zum anderen m├╝ssen sie zur Verhinderung solcher Ausf├Ąlle massive ├ťberkapazit├Ąten schaffen. Sie brauchen zahlreiche Anlagen f├╝r die Produktion sowie leistungsstarke Netze, um Spitzenlasten stemmen zu k├Ânnen. Diese Spitzenlasten sind aber selten, im Gro├čteil der Zeit ist die Infrastruktur ├╝berdimensioniert. Smart Grid und der damit einhergehende Lastenausgleich helfen, diese Spitzenlasten zu reduzieren. Das f├╝hrt zu erheblichen Einsparungen.


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