Blended Interaction

Blended Interaction

Copyright © Shutterstock / Theera Disayarat

Was bedeutet Blended Interaction?

Blended Interaction bezeichnet ein neues Konzept fĂŒr die Interaktion zwischen Menschen und Computern basierend auf neuen Erkenntnissen der Kognitionsforschung. Das Blended Interaction Konzept verfolgt das Ziel, die Interaktionsformen der realen Welt, zum Beispiel mit Menschen, Tieren und Objekten, mit der digitalen Interaktion der Computertechnologien zu mischen.

Die Interaktion von Menschen mit Computern soll sich mehr an der Interaktion der realen Welt orientieren und dadurch einen stĂ€rkeren, fĂŒr Menschen leicht verstĂ€ndlichen und nachvollziehbaren Bezug zur RealitĂ€t erhalten.

Wissenschaftler an der UniversitĂ€t Konstanz befassen sich seit einiger Zeit mit der Entwicklung neuer Konzepte fĂŒr die Mensch-Computer-Interaktion (MCI). Grundlage sind die als Ubiquitous Computing bezeichneten modernen und heute allgegenwĂ€rtigen Computertechnologien, kombiniert mit neuen Erkenntnissen der Kognitionsforschung. Mittlerweile gilt als gesichert, dass die kognitive Entwicklung des Menschen entscheidend von der sozialen Interaktion und der körperlichen Interaktion mit anderen Menschen, Tieren und Objekten beeinflusst wird.

Blended Interaction – Erweiterung der Interaktionsmöglichkeiten Mensch-Computer

Heute werden in der Regel noch die bereits vor rund 40 Jahren entwickelten grafischen BenutzeroberflĂ€chen (Graphical User Interface, abgekĂŒrzt GUI) fĂŒr die Interaktion zwischen Menschen und Computern verwendet. Das Konzept der Blended Interaction sieht vor, die Möglichkeiten der Interaktion auf alle Sinnesorgane auszuweiten. Dabei werden neben der Spracheingabe und der Eingabemöglichkeit durch digitale Stifte auch Gesten im Raum und Touchscreens, die auf BerĂŒhrung reagieren, mit einbezogen. Hinzu kommt die Einbeziehung der sozialen Interaktion, da Aufgaben hĂ€ufig nicht von einzelnen Menschen, sondern von Gruppen mit mehreren Teilnehmern gelöst werden. Die Konstanzer Wissenschaftler sehen es daher als erforderlich an, auch die zwischenmenschliche Kommunikation bei der Entwicklung des Blended Interaction Konzeptes und daraus abgeleiteter Interaktionsformen mit einzubeziehen.

Blended Interaction als Rahmen fĂŒr die Entwicklung neuer Interaktionsmöglichkeiten

Das von den Wissenschaftlern in Konstanz entwickelte Konzept der Blended Interaction ist der Rahmen und beschreibt, wie bei der Gestaltung und Vermischung der realen mit der digitalen Interaktion zwischen Mensch und Computer vorgegangen werden sollte. Vier Bereiche, so die Wissenschaftler, sind fĂŒr die QualitĂ€t der Umsetzung von entscheidender Bedeutung:

Bei diesem Teilaspekt des Blended Interaction Konzeptes geht es darum, die allgemeinen Alltagserfahrungen, die Nutzer bei der tÀglichen Interaktion mit Menschen und Objekten gesammelt haben, zu nutzen, um eine möglichst intuitive Interaktion mit Computern zu erzielen. Als Beispiel wird hierzu das Schreiben mit einem digitalen Stift genannt, das sowohl auf dem Papier, wie auch in der digitalen Welt eine VerÀnderung bewirkt.
Ein Beispiel fĂŒr die Umsetzung sind große Multitouch-Displays, die den Mitgliedern einer Gruppe eine gleichberechtigte und gleichzeitige Interaktion erlauben und dabei herkömmliche nonverbale und verbale Kommunikationsformen berĂŒcksichtigt.
Arbeitsprozesse, aber auch AusbildungsaktivitĂ€ten und AktivitĂ€ten in der Freizeit sind oft durch bestimmte AblĂ€ufe gekennzeichnet, die zum Teil nahtlos ineinander ĂŒbergehen. Ein Beispiel ist der reale Rundgang in einem Museum, der von einem virtuellen Rundgang ergĂ€nzt wird. Bei diesem Bereich der Blended Interaction geht es darum, wie bestimmte AblĂ€ufe und Prozesse in umfassendere, ĂŒbergeordnete Prozesse eingebettet und durch Informationstechnologien unterstĂŒtzt werden können.
Dieser Bereich des Blended Interaction Konzepts betrifft die Anpassung der Umwelt an die neuen Formen der Interaktion Mensch-Computer. Die Anpassung kann sowohl einzelne MöbelstĂŒcke, RĂ€ume, den öffentlichen Raum und sogar ganze StĂ€dte umfassen. Hierbei können beispielsweise Töne und Licht in die Interaktion miteinbezogen und die GrĂ¶ĂŸe der Medien an die örtlichen Gegebenheiten zum Beispiel durch berĂŒhrungssensitive Böden oder große Displays angepasst werden. Interaktive RĂ€ume im weitesten Sinne sind ubiquitĂ€re Computerumgebungen fĂŒr die computergestĂŒtzte Zusammenarbeit, die die vorhandenen kognitiven, physischen und sozialen FĂ€higkeiten von Benutzern oder Gruppen von Benutzer unterstĂŒtzen.

Nicht nur die erfolgreiche Gestaltung solcher interaktiven RÀume, sondern die Umsetzung des Blended Interaction Konzeptes allgemein bietet heute noch eine breite Palette von Herausforderungen, die sich auf technologische Fragen beziehen, aber auch noch unbeantworteten Forschungsfragen von MCI und ungelöste Probleme des Interaktionsdesigns betreffen.


Sie haben noch Fragen?

Kontaktieren Sie uns

Kostenloser SEO-Check der OSG


Weitere Inhalte