DeepL

Was ist DeepL?

Übersetzungsgiganten wie Microsoft oder Google haben einen kleinen, aber starken Konkurrenten bekommen. Das deutsche Startup-Unternehmen DeepL wurde von einem ehemaligen Google-Mitarbeiter gegründet. Es bietet ein Übersetzungswerkzeug, das mehr natürlich formulierten Text als seine großen Konkurrenten produziert. Der Dienst verwendet eine sogenannte Deep-Learning-Technologie, die auf künstlichen neuronalen Netzwerken basiert.

Vom Wörterbuch zum Übersetzer

Schon bevor DeepL im August 2017 das neue Übersetzungswerkzeug einführte, war der Dienstleister bereits im Bereich der Übersetzungen tätig. Im Jahr 2009 startete das Unternehmen ein Online Wörterbuch mit dem Namen Linguee. Neben verschiedenen Übersetzungsoptionen bot Linguee Beispiele von bereits übersetzten Textstücken in ausgewählten Sprachpaaren. Dazu wurden aus dem Internet unter dem Einsatz spezieller Bots Textbeispiele gesammelt. Viele dieser Textproben stammen aus den Dokumenten multilateraler Organisationen wie zum Beispiel der Europäischen Union (EU).

Ein von Menschen trainierter Algorithmus für maschinelles Lernen berechnete dann die Struktur und Bedeutung des gesammelten Textes und lernte, wie bestimmte Ausdrücke in eine andere Sprache übersetzt werden. Zusätzlich können die Benutzer ein Feedback geben und die Übersetzungen bewerten. In den letzten Jahren hat Linguee auf diese Weise eine immer größere Anzahl qualitativ hochwertiger Übersetzungen gesammelt. Somit ist Linguee zur Basis für ein neues Übersetzungswerkzeug geworden.

DeepL steht für ‘Deep Learning’

Deep Learning ist ein Aspekt der künstlichen Intelligenz (KI), der menschliches Lernen replizieren will. In der Vergangenheit haben Programmierer für jede Aufgabe, die ein Computer erledigen musste, individuelle Befehle geschrieben. Jetzt bauen sie ein künstliches neuronales Netzwerk auf, das trainiert werden kann, indem dem Computer vorhandene Beispiele gezeigt werden. Je mehr Beispiele, desto besser kann der Computer lernen. Big Data hat diese Möglichkeiten für maschinelles Lernen weiter verstärkt.

Auf der technologischen Seite ist Deep Learning ein Algorithmus, der mehrere Schichten von Verarbeitungsinformationen verwendet. “Tief” bezieht sich auf die Anzahl der Layer, durch die die Daten transformiert werden. Heute werden mit dieser Technologie selbstfahrende Autos, Virtual-Reality-Headsets und Gesichtserkennungssoftware betrieben. Und jetzt hilft KI auch bei der Übersetzung von Texten.

Das Unternehmen verwendet in Island einen Supercomputer, um neuronale Übersetzungsnetzwerke für mehrsprachige Texte zu trainieren. Laut der Unternehmenswebsite ist dieser Supercomputer zur Zeit in der Lage, 5,1 petaFLOPS (5 100 000 000 000 Operationen pro Sekunde) zu verarbeiten. Diese Leistung reicht aus, um eine Million Wörter im Bruchteil einer Sekunde zu übersetzen. Die neuronalen Übersetzungsnetzwerke werden mit Milliarden von übersetzten Sätzen von Linguee trainiert, der Übersetzungssuchmaschine, die ebenfalls von der Firma entwickelt wurde.

Weitere Angebote

Die Übersetzungsdienste von DeepL sind im Web kostenlos zu nutzen. Das Unternehmen, das die KI-Systeme für die Sprachübersetzungen entwickelt hat, bietet außerdem mit DeepL Pro einen kostenpflichtigen Abonnementdienst für die Übersetzung von Sprachen an. DeepL Pro umfasst einen erweiterten Webübersetzungsdienst, eine RESTful-API für Entwickler und ein Software-Plug-In für Übersetzer. An DeepL gesendete Texte und Übersetzungen werden niemals gespeichert, was die Vertraulichkeit und Vertraulichkeit der Benutzer gewährleistet.

Entwickler können die DeepL-API verwenden, um Sprachübersetzungsfunktionen in Web- und mobile Anwendungen zu integrieren. Beispiele für Anwendungsfälle für die DeepL-API sind Chatbots und virtuelle Assistenten für Sprachübersetzungen, Website- und E-Mail-Sprachübersetzer sowie Tools für die computergestützte Übersetzung (CAT). DeepL wurde bereits in andere Übersetzungsumgebungen integriert, damit Benutzer auch dort die Technologie der maschinellen Übersetzung nutzen können.

Zu den Sprachen, die der Übersetzerdienst derzeit unterstützt, gehören Englisch, Niederländisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Polnisch und Spanisch. Das Unternehmen arbeitet weiter an der Schulung seiner neuronalen Netzwerke, um zusätzliche Sprachen wie Mandarin, Japanisch und Russisch zu übersetzen.


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