Dereferrer

Dereferrer

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Was ist ein Dereferrer?

Definition

Ein Dereferrer ist eine Website, die sich zwischen einer Linkquelle und dem Linkziel befindet und Nutzer weiterleitet. Dabei soll jedoch die Adresse der verweisenden Website verschleiert werden, damit es keine M├Âglichkeit auf eine R├╝ckverfolgung gibt. Ein Dereferrer wird auch als Link-Anonymisierer bezeichnet.┬á

Eine Grundfunktion des Webs sind die Hyperlinks von einer Website zu einer anderen. Wenn ein User auf einen Hyperlink klickt, verschickt der Browser eine HTTP-Anfrage an den zust├Ąndigen Webserver, der dann die Zielseite ausgibt. Diese enth├Ąlt Informationen ├╝ber den Hostnamen des Servers, die gew├╝nschte Ressource und den sogenannten Referrer. Der Referrer ist ein optionaler Bestandteil, welcher die Adresse der verweisenden Website beinhaltet. Der Ziel-Server bekommt somit Informationen ├╝ber die Herkunft des Nutzers.

Services

Im Internet gibt es viele Anbieter, die Dereferrer-Services anbieten. Die Weiterleitung erfolgt dabei meistens ├╝ber eine speziell eingerichtete Website, welche die HTTP-Anfrage des Clients mit dem Meta-Tag “refresh” manipuliert. Dadurch ist der Webbrowser gezwungen, den Quell-Referrer durch seine eigene URL, oder durch eine zuf├Ąllige Folge an Zeichen zu ersetzen. G├Ąngige Services sind zum Beispiel “anonym.to” oder “Dereferrer.org”. Um anonyme Links zu erzeugen, m├╝ssen Sie einfach die gew├╝nschte Zieladresse in das Formular eintragen und danach generiert das Programm automatisch einen anonymen Link. Den k├Ânnen Sie dann an eine beliebe Stelle Ihrer Website platzieren. Neben diesem Service stellen die Anbieter auch verschiedene Skripte zur Verf├╝gung. Diese m├╝ssen einmalig in den Quellcode einer Website implementiert werden und leiten dann alle ausgehenden Links ├╝ber den entsprechenden Dereferrer um.

Referrer-Daten als Bestandteil der Webanalyse

Im Normalfall speichern alle Webserver Informationen, die durch Client-Anfragen ├╝bermittelt wurden in einer Datei, dem Logfile. Jede Anfrage wird dabei als separate Zeile erfasst. Betreiber von Webseiten nutzen diese Informationen als Grundlage f├╝r ihre Analysen. Diese liefern zus├Ątzlich Daten ├╝ber die Besucher der Website. Zus├Ątzlich wird Analytics-Software verwendet, welche auf Skripte zur├╝ckgreifen und Referrer-Informationen erfassen.

Gerade die im Referrer-Feld ├╝bertragenen Daten erm├Âglichen eine statische Auswertung ├╝ber die Besucher, sowie deren Herkunft. Damit lassen sich Marketing-Ma├čnahmen zuverl├Ąssig auf Ihre Wirksamkeit ├╝berpr├╝fen. Au├čerdem k├Ânnen mit der Referrer-Analyse wichtige Daten f├╝r die Suchmaschinenoptimierung (SEO) ermittelt werden.

Webanalyse-Tools k├Ânnen das Referrer-Feld automatisch auslesen und die enthaltenen Daten als Bericht darstellen. Wenn der Zugriff auf die Website ├╝ber eine Suchmaschine stattfand, ist es ebenfalls m├Âglich, die Keywords zu erfassen, mit denen suchende Nutzer diese erreicht haben.

Der Einsatz eines Dereferrers wird jedoch meist durch Sicherheitsbedenken motiviert. Fr├╝her war es Hackern m├Âglich, mit den Referrer-Daten, personenbezogene Informationen aus nicht-├Âffentlichen Bereichen auszulesen. Dereferrer finden Anwendung, um URLs, GET-Parameter und Sessions-IDs vom Betreiber der Zielwebsite zu verbergen. Au├čerdem tr├Ągt die Deaktivierung des Referrers zur Pr├Ąvention von Spam bei.

Referrer-Spam

Fr├╝her wurde der HTTP-Referrer f├╝r SEO-Ma├čnahmen oft als Spam missbraucht. Das Ziel war es, die Statistiken zu f├Ąlschen, um die Relevanz von eigenen Websites zu steigern. Die Websites wurden von Skripten automatisch abgefragt, damit die eigene Adresse massenhaft in der Log-Datei erfasst wurde.

Vor- und Nachteile

Der gr├Â├čte Nachteil liegt wohl darin, dass der anonymisierte Link zwar die URL der verweisenden Seite vor dem Betreiber der Ziel-Website versteckt, der Betreiber des Dereferrer-Services hat jedoch Einblick in alle ├╝bermittelten Daten. Dies kann zu massiven Sicherheitsl├╝cken f├╝hren. Kritiker dieser Dienstleistungen gehen sogar davon aus, dass die Datenspionage eine ma├čgebliche Motivation f├╝r die Bereitstellung von kostenlosen Dereferrer-Services darstellt.

Auch wenn Sie sich f├╝r einen vermeintlich seri├Âsen Anbietern entschieden haben, besteht weiterhin die Gefahr, dass dieser gehackt werden kann. Dadurch k├Ânnten sensible Informationen, die eigentlich der Gemeinhaltung bestimmt waren, Dritte erreichen. Viele Anbieter von Webprojekten nutzen daher eigene Dereferrer, um diese Daten zuverl├Ąssig zu sch├╝tzen.

Webmail-Dienstleister ersetzen Links in E-Mails meistens durch Umleitungen ├╝ber interne Dereferrer-Dienste. Dies sch├╝tzt vor einem sogenannten “Session-Hijacking”. B├Âswillige Webseitenbetreiber k├Ânnten sonst Session-IDs, die durch den Referrer ├╝bermittelt wurden nutzen, um Webmail-Sitzungen von Besuchern zu kontrollieren.


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