Dynamische URL

Was ist eine dynamische URL?

Eine dynamische URL stellt das Hauptmerkmal dynamischer Webseiten dar. Diese werden nicht einfach wie statische Webseiten in Form eines HTML-Dokuments auf einem Webserver abgelegt, sondern werden bei der Anfrage eines Webbrowsers in Echtzeit erzeugt und dem Nutzer angezeigt. Dabei handelt es sich vielmehr um komplexe Web-Applikationen als um einfache Webseiten. Diese Web-Apps verarbeiten die Anfrage des Users, greifen auf entsprechende Datenbanken zu, verarbeiten diese und erzeugen eine dynamische URL bzw. Webseite, die dem Nutzer präsentiert wird. Dynamische URLs werden vorrangig bei Online-Abrechnungssystemen, interaktiven Apps und Online-Shops eingesetzt.

Dynamische URL im Kontext moderner Webentwicklung

Eine URL (Uniform Ressource Locator) wird im Allgemeinen genutzt, um eine Ressource wie beispielsweise eine Website über die entsprechenden Zugriffsmethoden (HTTP, HTTPS oder FTP) zu identifizieren und zu lokalisieren. URLs stellen eine Unterart der URIs (Uniform Resource Identifier) dar, sodass die beiden Begriffe oft synonym verwendet werden. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden URLs auch oft als Web- oder Internetadressen benannt. Im Kontext dynamischer URLs sind Webadressen gemeint, die sich aus einem Servernamen, der Bezeichnung der Zieldaten und einem ID-Pointer (ID) zusammensetzen und dynamisch aus einer oder mehreren Datenbanken ausgelesen werden. Der angehängte ID-Pointer wird wiederum eingesetzt, um auf textuelle und audiovisuelle Inhalte zu zeigen, die über Datenbankanfragen in eine HTML-Dateien eingelesen werden und auf eine Anfrage des Nutzers (Webbrowser) präsentiert werden.

Eine dynamische URL kann als dynamischer Link in eine Website eingebettet werden, über die dann bestimmte dynamische Inhalte per Mausklick aufgerufen und angezeigt werden können. Bei dynamischen URLs bzw. Websites wird der gesamte Content der Webpräsenz in einer Datenbank aufbewahrt, auf die per Anfrage zugegriffen wird. Die URLs werden dann über den Titel und die ID dynamisch generiert und die Inhalte werden mithilfe eines sogenannten “Templates” zu einem HTML-Dokument zusammengeführt und ausgegeben. Typische Plattformen und Frameworks zur Erstellung dynamischer URLs sind JavaScript (MEAN-Stack), PHP (Laravel) und die NET-Plattform von Microsoft.

Beispiel einer dynamischen URL: https://www.beispiel-dynamische-url.de/index.php?id=69

Hier wird eine dynamische URL generiert, die den Inhalt einer Artikelseite aus einer Datenbank ausliest. Dabei handelt es sich um eine Produktseite, die in Echtzeit bei der Abfrage des Users erzeugt wird. Solche URLs kommen vorrangig bei Online-Shops zum Einsatz, weil dort der Aktualität der verfügbaren Artikel eine bedeutende Rolle zukommt. So möchte ein potenzieller Kunde beispielsweise keine Artikel angezeigt bekommen, die nicht auf Lager sind.

Vorteile und Nachteile dynamischer URLs

Eine Dynamische URL bietet zahlreiche Vorteile, die sich insbesondere an die Simplifizierung sämtlicher Verwaltungsprozesse beziehen. Zum einen werden dynamische Links auf einer Website mit jeder Aktualisierung automatisch angepasst, sodass man nicht für jeden einzelnen Eintrag eine neue Datei anlegen und formatieren muss. Die Verwaltung neuer und bestehender Inhalte erfolgt in vielen Fällen über ein sogenanntes Content Management System (CMS). Für das Erstellen neuer Einträge über ein CM-System werden keine vertieften HTML- und CSS-Kenntnisse benötigt, sodass sich neue Einträge schnell und einfach über eine benutzerfreundliche Oberfläche veröffentlichen lassen. Die dynamischen URLs zu diesen Beiträgen werden automatisch erzeugt. Dank der enormen Beliebtheit moderner Content Management Systeme wie beispielsweise WordPress oder Drupal wird inzwischen die Mehrheit der Websites auf diese Weise verwaltet.

Neben den zahlreichen Vorteilen, die der Einsatz dynamischer URLs mit sich bringt, gibt es aber auch einige Nachteile. Der Content bei einer dynamischen URL, der in einer Datenbank hinterlegt wird, wird in uniforme URLs umgewandelt, die sich lediglich durch die angehängten Ziffern und weitere IDs voneinander unterscheiden. Da eine dynamische URL innerhalb einer Webseite in Form eines statischen Links platziert wird, hat dies auf die Darstellung der Website keine negativen Folgen. Diese Tatsache wirkt sich in erster Linie auf die Art und Weise aus, wie Suchmaschinen eine dynamische Website indexieren. Weil Suchmaschinen wie Google oder Bing nach Übereinstimmungen zwischen den unterschiedlichen Elementen einer Website suchen, wurden dynamische URLs lange Zeit als problematisch für die Suchmaschinenoptimierung angesehen. Web-Crawler können eine dynamische URL nicht immer richtig interpretieren und korrekt zuordnen, weswegen verschiedene Aspekte beachtet werden sollten, um den Zugang für den Web-Crawler sicherzustellen.

Dynamische URL und Suchmaschinenoptimierung

Dynamische URLs bzw. dynamische Webseiten sind heutzutage kaum noch aus dem modernen Internet wegzudenken. Viele Webentwickler setzen auf die zahlreichen Vorteile, die der Einsatz einer dynamischen Webseite mit sich bringt. Im Kontext der Suchmaschinenoptimierung muss allerdings sichergestellt werden, dass diese dynamischen Websites trotzdem von Web-Crawlern richtig analysiert und korrekt indexiert werden können. Aus diesem Grund gibt es einige Aspekte, die unbedingt beachtet werden sollten, um die Crawlability einer dynamischen URL sicherzustellen.

  • Bei dynamischen URLs kann es schnell zu unbeabsichtigtem Duplicate Content kommen. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass die gleichen Inhalte über unterschiedliche URLs erreichbar sind. Diesem Problem kann effektiv entgegengewirkt werden, indem man die entsprechenden Canonical Tags im HTML-Quellcode der Website verwendet. Auch der Einsatz von Redirects oder des Moduls mod-rewrite kann äußerst sinnvoll sein, um das Problem des Duplicate Contents zu beheben.
  • Bei einer dynamischen URL ist es wichtig, auf die semantischen Aspekte zu achten. Denn während bei statischen URLs die Inhalte einer Webseite mit Keywords beschrieben werden, ist dies bei dynamischen Websites nicht immer der Fall. Deshalb ist es empfehlenswert, Seitentitel, Keywords und Inhaltsbeschreibungen der Website dynamisch zu generieren und in den HTML-Quellcode der entsprechenden Webseite einzubetten.
  • Bei der Generierung von dynamischen Content sollte unbedingt auf die SEO-freundliche Gestaltung dieser Inhalte geachtet werden. Unnötige Parameter sollten ausgelassen werden, sodass sich der Quellcode schnell und effizient von den Crawlern analysieren lässt. Die URLs sollten so kurz wie möglich gehalten werden und keine versteckten Parameter enthalten.
  • Eine dynamische URL stellt nicht für alle Anwendungsfälle die optimale Lösung dar. So sollten Menüs, Navigation und Footer-Links auf jeden Fall statisch realisiert werden, damit diese Links richtig von Suchmaschinen interpretiert werden.

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