Pirate Update

Was ist das Pirate Update?

Das Pirate Update ist eine ├änderung des Suchalgorithmus von Google, die im Jahr 2012 eingef├╝hrt wurde und seither stets aktualisiert wird. Das Update soll illegale Suchinhalte herausfiltern. Es handelt sich um eine Erweiterung des DMCA Penalty Filters, der ebenfalls 2012 von Google eingef├╝hrt wurde. Vor allem Torrent-Seiten, die illegale Download-Inhalte anbieten, und Tauschb├Ârsen werden mit dem Pirate Update k├╝nftig aus den Suchergebnissen ausgeschlossen.

Geschichte

Seit der Ver├Âffentlichung der Suchmaschine in den 90er Jahren wurde der Algorithmus st├Ąndig von Google ├╝berarbeitet und aktualisiert. Im September 2002 erschien das erste Update des Suchalgorithmus, das damals noch keinen Namen trug. Google plante zun├Ąchst monatliche Updates, entschied sich aber schlie├člich f├╝r eine flexiblere Handhabung. So konnte man sich einerseits mit Aktualisierungen mehr Zeit lassen und andererseits dringende Probleme schneller adressieren. Lag der Fokus anfangs noch auf der Reduzierung von Spam-Seiten, so r├╝ckte das Thema Urheberrechtsverletzungen in den letzten Jahren mehr und mehr in den Vordergrund.

Die bis dato lockere Haltung des Unternehmens zu Copyright-Verst├Â├čen zog verst├Ąrkt Kritik auf sich, sodass eine ├änderung erforderlich war. Es lag sogar der Vorwurf im Raum, Google w├╝rde sich dadurch zu einem Mitt├Ąter machen. Einer der weltweit gr├Â├čten Zeitungsverlage, News Corp, bezeichnete in einem offenen Brief an die Europ├Ąische Kommission Google als eine “Plattform f├╝r Piraterie“. Google nahm nur einen Monat nach diesem Brief im Jahr 2014 eine Ver├Ąnderung des Pirate Update vor und ver├Âffentlichte einen Bericht, der detailliert auflistete, welche Schritte das Unternehmen macht, um Internet-Piraterie einzud├Ąmmen.

Die Aktualisierung des Pirate Update betraf vor allem bekannte Torrent-Seiten, deren Sichtbarkeit in den Suchergebnissen laut dem Marktforschungsinstitut Searchmetrics um bis zu 98 Prozent sank. Besonders betroffen waren Webseiten, die bestimmte Keywords verwendeten. Laut Searchmetrics nutzte Google den Dateninput seit dem ersten Rollout des Updates, um Daten ├╝ber Copyright-Verst├Â├če zu sammeln und passte auf dieser Grundlage den Suchalgorithmus an.

Funktionsweise des Pirate Update

Mittels eines speziellen Formulars k├Ânnen Nutzer bei Google eine Beschwerde einreichen, sobald sie einen Urheberrechtsversto├č vorgefunden haben. Grundlage zur ├ťbermittlung eines solchen Antrags ist ein an Google gekn├╝pftes Konto. Die DMCA Beschwerden werden zun├Ąchst von Google gesammelt und anschlie├čend gesichtet, ehe es zu einem Penalty kommt, der sich auf das Ranking in den Suchergebnissen auswirkt.

Im Web-Formular m├╝ssen verschiedene Datens├Ątze angegeben werden, ehe eine DMCA Beschwerde gesichtet wird. Zu diesen z├Ąhlen pers├Ânliche Daten, wie auch die Nennung eines autorisierten Beispiels des jeweiligen Werkes. Zum Schluss muss der Ersteller eine eidesstattliche Erkl├Ąrung abgeben und eine Unterschrift hinterlassen. Anschlie├čend vermerkt Google diese Beschwerde und verkn├╝pft die genannten URLs, auf denen der Urheberrechtsversto├č stattfand, im betriebseigenen System. Mehren sich die Beschwerden ├╝ber eine bestimmte Webseite, wirkt sich dies direkt auf das Ranking der jeweiligen Seite aus. Sie wird in den Suchergebnissen entweder weiter hinten angezeigt oder wird sogar ganz aus dem Index gel├Âscht.

Google erstellt regelm├Ą├čig eine aktualisierte Form des Transparenzberichtes, der frei im Internet ersichtlich ist. Der Transparenzbericht kann einzeln nach Datens├Ątzen durchsucht werden, sodass man jederzeit einsehen kann, ob die eigene Webseite betroffen ist und welcher Rechteinhaber die Webseite gemeldet hat. Mit dem Pirate Update wurde auch die Autocomplete-Funktion ├╝berarbeitet. Diese formt aus einer Eingabe einen Suchvorschlag. Verd├Ąchtige Begriffskombinationen werden nicht von der Autovervollst├Ąndigung erg├Ąnzt. Als weitere Ma├čnahme pr├Ąsentiert Google zu bestimmten Suchbegriffen Werbeangebote, sodass Nutzer auf legale Weise das jeweilige Produkt erwerben k├Ânnen.

Folgen

Mit dem Pirate Update st├Ąrkt Google grunds├Ątzlich die Position der Unternehmen und geht auf die Kritik ein, die lange Zeit von Firmen aus der Unterhaltungsindustrie ge├╝bt wurde. Legale Angebote werden k├╝nftig beim Ranking bevorzugt. Torrents und Tauschb├Ârsen verschwinden entweder ganz aus den Suchergebnissen, werden mit einem Vermerk gelistet oder erscheinen ganz am Ende der Suchergebnisse. Als Folge brechen die Besucherzahlen f├╝r Webseiten ein, die gegen das Urheberrecht versto├čen haben.

Das Update schlie├čt noch nicht alle L├╝cken, aber Google optimiert fortlaufend den Suchalgorithmus und k├Ânnte in Zukunft eine weitere Aktualisierung des Pirate Update vornehmen. Letztlich verhindert das Pirate Update aber nicht, dass solche Webseiten weiter existieren werden, sondern vermindert nur deren Sichtbarkeit bei den Suchergebnissen. User, die die entsprechenden Webadressen kennen, werden auch weiterhin Raubkopien herunterladen k├Ânnen.

Ein Jahr nach dem Rollout des Pirate Update lag die Anzahl der Takedown Requests bei ├╝ber 65 Millionen in einem einzigen Monat. ├ťber 2 Millionen dieser Anfragen kamen an einem einzigen Tag zusammen. Zwischen dem Jahr 2013/2014 war die Anzahl der Anfragen bereits rapide um 75 Prozent angestiegen. Wie Google dieser Flut an Anfragen begegnen wird, bleibt noch offen und k├Ânnte mittelfristig zu ├änderungen am Verfahren f├╝hren.

Wie jedes Google Update hatte auch das Pirate Update Folgen f├╝r das SEO. Webseitenbetreiber, die vielfach Videos und Bilder einsetzen, sollten darauf achten, dass die Quellen immer zitiert werden. So senkt man das Risiko, dass die eigene Webseite wegen einer Urheberrechtsverletzung bei Google gemeldet wird. Andernfalls droht im Extremfall eine schlechtere Positionierung bei den Suchergebnissen.

Tipp

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