Instant Payment

Was ist Instant Payment?

Instant Payment bezeichnet die so genannte Geldüberweisung in Echtzeit. Hiermit nimmt der Überweisungsprozess nur wenige Sekunden in Anspruch, sodass der gewünschte Betrag sofort beim Empfänger ankommt. Bei Instant Payment handelt es sich um ein noch junges Konzept, das vor einigen Monaten eingeführt wurde.

Diese Vorteile bietet Instant Payment

Die schnelle Überweisung ist jederzeit – sogar an Sonn- und Feiertagen – möglich. Dadurch wird dem Anwender ein hohes Maß an Flexibilität geboten. Zwar ist es auch beim Online Banking möglich, Überweisungen am Wochenende in Auftrag zu geben, allerdings werden diese erst am nächsten Arbeitstag bearbeitet. Wenn es also schnell gehen muss, stellt Instant Payment eine gute Alternative dar. Viele Anwender stellen sich derzeit natürlich die Frage, warum eine Echtzeit-Überweisung notwendig ist. Begründet liegt dies vor allem mit den steigenden Anforderungen im Online Handel. Denn Personen, die ihre Waren im Internet anbieten, wollen bei einem Verkauf die Gewissheit haben, dass der Kunde bezahlt.

Oftmals wird das gewünschte Produkt erst ausgeschickt, wenn der geforderte Betrag überwiesen wurde. So ergeben sich in punkto Effizienz sowohl für Käufer als auch für Verkäufer Vorteile. Findet eine Transaktion aber erst am nächsten Werktag statt, verzögert dies die Kaufabwicklung. Bisher sind daher viele Benutzer auf Dienste wie Paypal als Alternative zur Banküberweisung ausgewichen. Somit lag es im auch Interesse der Banken, ihren Kunden wieder mehr Flexibilität zu ermöglichen. So sind durch die Einführung von Instant Payment auch Überweisungen mit dem Smartphone sinnvoll – hier entfällt sogar die umständliche Eingabe der IBAN-Nummer. Zu erwähnen ist in diesem Kontext das Programm “Kwitt”, welches bereits auf das neue System umgestellt wurde.

Darum wurde das neue System ins Leben gerufen

Instant Payment wurde auf Drängen der Europäischen Zentralbank (EZB) hin eingeführt. Denn diese hält ein langsames Vorgehen bei Überweisungen mittlerweile für nicht mehr zeitgemäß. Die EZB will so dafür sorgen, dass Benutzer in Europa Bezahlungen nicht nur sicher, sondern auch zügig tätigen können. Daraufhin wurde Eba-Clearing, das ein Gemeinschaftsunternehmen der europäischen Banken darstellt, damit beauftragt, eine entsprechende Infrastruktur zu schaffen. So ist es Banken seit einigen Monaten möglich, ihren Kunden den Dienst der Sofortüberweisung anzubieten. In diesem Kontext ist anzumerken, dass die Sepa-Überweisung mit der Einführung der neuen Payment-Option nicht abgeschafft wird.

Wie bereits erwähnt, kann mit Instant Payment die Bezahlungsabwicklung intuitiver und damit auch kundenfreundlicher Gestaltet werden. In Dänemark machen beispielsweise schon viele Personen von ihrem Smartphone Gebrauch, um Zahlungen an der Kasse von Supermärkten zu tätigen. Um sichere Transaktionen zu gewährleisten, bedarf es beim Instant Payment natürlich auch einer fundierten rechtlichen Grundlage.

Mit diesen Nachteilen ist bei Instant Payment zu rechnen

Nicht immer ist das neue System mit Vorteilen verbunden. Denn ob Instant Payment die richtige Lösung für einen Anwender darstellt, hängt stets vom jeweiligen Einsatzgebiet ab. Die neue Methode sollte außerdem nicht leichtfertig eingesetzt werden – denn bei einer versehentlich durchgeführten Transaktion, gibt es keine Zeit mehr, diese Rückgängig zu machen. Der betreffende Betrag ist damit verloren. Experten halten die innovative Bezahlungsart vor allem in Bezug auf Hacker- sowie Phishing-Angriff für problematisch. Denn bei Instant Payment ist es sehr schwer, eine überwiesene Summe zurück zu erhalten. Banken merken diesbezüglich an, dass die betroffene Person bei fehlerhaften Überweisungen auf die Kulanz des Empfänger angewiesen ist.

Diesen Anwendern ist Instant Payment zu empfehlen

Vor allem in der ersten Zeit ist mit einer großen Nachfrage von Privatkunden zu rechnen. Dies liegt in erster Linie daran, dass die Betragsgrenze bei den Instant Überweisungen bei 15.000 Euro liegen wird. Allerdings sollten sich auch Unternehmen, die im B2C-Bereich tätig sind, mit der neuen Bezahlungsform auseinandersetzen. Dabei gilt es, interne Prozesse so anzupassen, dass jederzeit Transaktionen in Echtzeit stattfinden und empfangen werden können. Dies hat vor allem unter dem Gesichtspunkt der Wettbewerbsfähigkeit Bedeutung. Des Weiteren schaffen neue Systeme zusätzliche Nutzungs- und Anwendungsgebiete – derzeit bleibt jedoch abzuwarten, ob durch die Einführung von Instant Payment auch in Firmen der Bedarf an Echtzeitzahlungen steigt.

Instant Payments sind wahrscheinlich mit höheren Kosten verbunden

Mit dem derzeitigen Wissensstand ist damit zu rechnen, dass die neue Art des Geldtransfers wahrscheinlich mehr als die klassische Sepa-Überweisung kosten wird. Viele Banken haben in Bezug auf die Preisgestaltungen zwar noch keine preisliche Festlegung getroffen, allerdings gehen Institute wie UniCredit und die DZ Bank davon aus, dass die Kosten mit der Einführung von Instant Payment durchaus höher sein dürften. Schuld daran seien, gemäß den Banken, die nicht unerheblichen Preise für die Abwicklung. Denn für das neue System brauche es eine getrennte Infrastruktur, welche den Anwendern 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche zur Verfügung steht. In welcher Weise die Kosten von denen der klassischen SEPA-Überweisung abweichen werden, bleibt noch offen.

Wann wird Instant Payment in Deutschland eingeführt?

Derzeit unterstützt in Deutschland lediglich die Hypovereinsbank das neue System. Die übrigen Banken halten sich in Bezug auf die Umsetzung noch zurück – mit derzeitigem Wissensstand ist zu erwarten, dass die Technologie bei der Mehrzahl der Institute bis zum dritten Quartal des Jahres 2018 eingeführt wird. Kunden der Commerzbank werden sich wahrscheinlich noch länger gedulden müssen. Dort heißt es zwar, dass eine Umsetzung von Instant Payment vorstellbar wäre, aber einen genauen Zeitpunkt nannte die Führungsetage bisher nicht.

In Bezug auf Instant Payments gehört derzeit Spanien zu den Vorreitern. Etliche Banken mit Hauptsitz in jenem Staat stellen die ersten Anwender des Systems dar – dort erfolgte die Einführung desselben bei den meisten Instituten bereits im Jahr 2017.

Die wichtigsten Kennzeichen von Instant Payment auf einen Blick

  • Überweisungen können innerhalb weniger Sekunden getätigt werden
  • Transaktionen sind auch über das Smartphone möglich
  • Stellt eine gute Alternative zu externen Anbietern wie Paypal dar
  • Ersetzt das SEPA-Verfahren nicht – dieses bleibt weiterhin bestehen
  • Durch die hohe Geschwindigkeit der Durchführung ergibt sich bei Fehlüberweisungen ein großes Risiko
  • Wird in Deutschland voraussichtlich im dritten Quartal des Jahres 2018 eingeführt
  • Wird aufgrund der Beitragsgrenze von 15.000 zuerst vor allem für den P2P-Bereich von Interesse sein

Fazit – ist Instant Payment zu empfehlen?

Generell können viele Händler vom neuen System profitieren. Wer vor allem den Online Handel häufig in Anspruch nimmt, kann von der effizienten Payment-Methode durchaus Gebrauch machen. Allerdings ist bei der Anwendung von Instant Payment ein genaues Vorgehen erforderlich. Nur auf diese Weise wirken Anwender Fehlern bei der Überweisung entgegen. Wem das Verfahren zu unsicher ist, der sollte sich im Vorfeld mit diesem auseinandersetzen. Im Zweifelsfall kann auch ein Beratungsgespräch mit dem betreffenden Bankinstitut erforderlich sein. Dieser kann dem Benutzer nicht nur Tipps in Bezug auf die korrekte Anwendung geben, sondern diesem auch empfehlenswerte Alternativen nennen. Auf diese Weise sind betroffene Personen dazu in der Lage, eine gut durchdachte Entscheidung zu treffen.

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