IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V.)

Was bedeutet IVW?

Es handelt sich bei der IVW, kurz für Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern, um einen Verein, der seinen Sitz in Berlin hat. Die Haupttätigkeit des Vereins besteht darin valide Daten zu sammeln und diese den Werbetreibern zum Zweck der Leistungskontrolle bereitzustellen. Die IVW wurde am 4. November 1949 gegründet.

Funktionen der IVW

Die IVW soll in der Werbung Klarheit als auch Wahrheit schaffen, um so den Leistungswettbewerb zu sichern. Zunächst nur auf die Auflagenkontrolle im Bereich der Printmedien beschränkt, umfasst die Tätigkeit des Vereins mittlerweile auch die Bereiche Hörfunk- und Fernsehen, Außenwerbung und das Internet. Mitglieder und Organisationen in dem Verein sind unterschiedliche Verlage, Werbeagenturen, Werbeunternehmen, Fernsehveranstalter oder auch Anbieter von Onlinediensten.

Die vom Verein ermittelten Daten kommen sowohl Verbrauchern als auch Werbetreibenden zu Gute. Diese Bereitstellung der Daten über die Vermarktung von Medien als ein Werbeträger geschieht staatsunabhängig sowie nicht kommerziell.

Aufgaben des Vereins

Zum einen führt die IVW eine Ermittlung sowie Publikation der Auflagenhöhe von unterschiedlichen Zeitschriften sowie Zeitungen durch. Es kann sich dabei um Fachzeitschriften, Telefonbücher, Tageszeitungen aber auch Nachschlagewerke handeln. Wenn sich Printmedien eine Teilnahme an Media-Analysen wünschen, dann ist eine Mitgliedschaft bei dem Verein zwingende Voraussetzung. Die Anzeigepreise der Verlage werden in Abhängigkeit von der verkauften sowie verbreiteten Auflagenhöhe festgelegt. Der Vereint prüft dabei die vierteljährlichen Durchschnittsauflagenzahlen. Zudem muss für jeden durch die IVW geprüften Titel ein Auflagenbuch geführt werden. Die Auflagenzahlen werden dann auf einheitlichen Formularen erfasst und im Anschluss erfolgt ein ausführlicher Prüfungsbericht.

Dies ist wichtig, damit die IVW dazu in der Lage ist die einzelnen Auflagearten sowie die Anzahl der Verkäufe einfach voneinander abgrenzen und verifizieren zu können. Dabei findet eine Unterteilung der Druckauflage statt in:

  • Druckauflage
  • verbreitete Auflage
  • verkaufte Auflage (im Einzel- und Aboverkauf)
  • abonnierte Auflage

Die Anzahl der Abonnenten werden ebenfalls unterteilt in:

  • feste Abonnenten
  • Schülerabos
  • Studentenabos
  • Teilabos
  • Mehrfachabos
  • WBZ
  • Lesezirkel
  • Anzahl des Personals
  • Anzahl der Mitglieder

Die Einzelverkauf-Zahlen werden unterteilt in:

  • Zeitungs-/Zeitschriftenhändler
  • Abendverkauf
  • Straßenverkauf
  • stumme Verkäufer
  • Verkauf in Bahnhofsbuchhandlung
  • Zustellhändler
  • Presse

Die Höhe der Verbreitungsarten wird unterteilt in:

  • kostenlose Exemplare
  • Belegexemplare
  • Werbeexemplare
  • Archivexemplare
  • Bordexemplare

Prüfung im Bereich der Online-Medien

Die Aufrufe von Artikeln im Internet werden mittels sogenannter Zählpixel ermittelt. Diese können die genaue Anzahl an Seitenabrufen ermitteln sowie die Nutzungsvorhänge, die mit dem Abruf zusammenhängen. Auch die Prüfung der Online-Medien erfolgt durch einen Prüfer des Vereins anhand von Vorgaben zur Messung und Erfassung. Dies ist wichtig, damit die gelieferten Daten für alle teilnehmenden Werbeträger gleich sind.

Die Prüfungen finden jährlich zu bestimmten Zeiten statt und werden am Ende in vorgegebenen Kategoriensystemen eingeordnet. Auch wenn über einzelne Internetnutzer keine namentliche Identifizierung erfolgt, wird von vielen Datenschützern dennoch die Menge an Informationen beanstandet, die über die Nutzer gesammelt werden. Wenn sich Internetnutzer davor schützen möchten, ist dies aber mittels der Cookie-Einstellungen möglich. Auch Werbefilter in Browsern können die Erfassung der Daten verhindern. Seit 2011 findet eine Kürzung der gesamten IP-Adressen (diese sind wichtig, um die tatsächlichen Zugriffszahlen unterschiedlicher Nutzer zu erforschen) zudem auf 1 Byte statt. Es findet auch keine Speicherung der Adressen statt.

Die Verwendung des Verfahrens bei den Online-Medien besteht in Deutschland seit 1997 und wird stetig angepasst, um den Ansprüchen des Online-Markts gerecht zu werden. Die letzte Änderung war 2009. Hier fand eine Umstellung der Zählmethode der Seitenabrufe statt.

Prüfung im Bereich Kino und Theater

Die IVW ist ebenfalls dafür zuständig die Besucherzahlen in Kinos und Theatern in einem Jahr zu ermitteln. Zusätzlich wird hierbei sich die richtige Ausführung von Werbeaufträgen überprüft. Dies betrifft beispielsweise die störungsfreie sowie termingerechte Ausstrahlung aller Werbespots im Fernsehen und im Hörfunkbereich. Gleiches betrifft auch die ordnungsgemäße Aufführung von Werbung im Kino.

Für weitere informative Glossarartikel verweisen wir gerne auf unser Glossar!


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