WDF*IDF

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Was ist eine WDF*IDF Analyse?

Das Verfahren WDF*IDF dient der Termgewichtungsanalyse und spielt bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO = search engine optimization) eine zentrale Rolle. Mit dieser effizienten Formel lÀsst sich die optimale Verteilung von themenrelevanten Begriffen oder Keywords (Schlagwörter) in einem beliebigen Text bestimmen. Bei dieser wichtigen Analyse steht nicht die Dichte der Keywords (Keyword-Density), sondern der gesamte Inhalt des Textes im Mittelpunkt. Mit den Ergebnissen dieser Analyse lassen sich Texte darauf optimieren, dass sie ein bestimmtes Thema besonders detailreich darstellen. Im direkten Vergleich zur Keyword-Density, bei der die einfache HÀufigkeitsverteilung der Keywords eine Rolle spielt, ist das WDF*IDF-Verfahren um einiges komplexer.

Was bedeuten WDF und IDF?

Die AbkĂŒrzung WDF steht fĂŒr die “Within Document Frequency”. Mit dieser Formel lĂ€sst sich die HĂ€ufigkeit eines bestimmten Keywords in einem Dokument im direkten VerhĂ€ltnis zu den anderen Keywords im selben Text darstellen. Da der Logarithmus bei der Berechnung zum Einsatz kommt, wird das Ergebnis gestaucht.

Die AbkĂŒrzung IDF steht fĂŒr die “Inverse Document Frequency”. Mit dieser Formel lĂ€sst sich die HĂ€ufigkeit von einem Keyword in einem Text in Relation zu der HĂ€ufigkeit des Keywords auf alle anderen Textdokumente setzen. IDF steht somit fĂŒr eine Termgewichtung von einem bestimmten Begriff innerhalb mehrerer Dokumente. Bei der Berechnung kommt ebenfalls der Logarithmus zum Einsatz.

Termfrequenz und Keyword-Density

Die Termfrequenz ist die HĂ€ufigkeit, mit dem ein bestimmtes Wort (Term) in einem Textdokument (Internetseite) erscheint. Die Termfrequenz lĂ€sst sich einfach messen, jedoch sagt das Ergebnis sehr wenig ĂŒber die Webseite aus. Hat ein Autor beispielsweise 1000 Wörter ĂŒber das Thema Handball geschrieben, kommt das Keyword “Tor” zufĂ€llig 3-mal darin vor. Dies macht den Artikel jedoch noch lange nicht so relevant fĂŒr das Keyword “Tor” wie eine Seite mit nur 20 Wörtern, in denen der Begriff 2-mal vorkommt.

Die Keyworddichte beschreibt genau wie hÀufig ein bestimmtes Wort in Relation zu allen anderen Begriffen zum Einsatz kommt. Die Keyword-Density lÀsst sich leicht berechnen, indem die HÀufigkeit mit 100 multipliziert und durch die Gesamtzahl aller Wörter geteilt wird. Leider ist die Keyworddichte leicht manipulierbar und nicht jeder Begriff besitzt die gleiche Relevanz.

HintergrĂŒnde und Einsatzmöglichkeiten von WDF*IDF

Bei der Verwendung der Formel werden die Keywords im Grunde nicht mehr als SchlĂŒsselwörter, sondern als Terme bezeichnet. Die WDF*IDF-Formel ist spĂ€testens seit 2012 ein wichtiges Thema im Rahmen der Suchmaschinenoptimierung. Die Formel stammt ursprĂŒnglich aus dem sogenannten Information Retrieval. Bereits im Jahr 1992 erwĂ€hnte diese Formel die bekannte Informationswissenschaftlerin Donna Harman. Durch den SEO-Experten und Online-Marketer Karl Kratz hat sich die Formel danach in der SEO-Szene etabliert. In Zusammenarbeit mit einer Mathematikerin namens Jana Engelmann fand Karl Kratz durch verschiedene Vektorrechnungen heraus, dass die Dichte der Keywords im Hinblick auf die Suchmaschinenoptimierung im Grunde vollkommen wertlos ist. Eine besonders hohe Brisanz erlangt die WDF*IDF-Analyse, da Karl Kratz diese Formel öffentlich und offensiv als eine Ablösung der bisher gĂ€ngigen Keyworddichte propagiert.

Hinter der Formel steht ganz einfach ausgedrĂŒckt nachfolgende Überlegung: Je mehr ein bestimmtes Wort in Texten vorkommt, die von den Suchmaschinen als besonders passend fĂŒr einen bestimmten Begriff bewertet werden, umso wichtiger ist das Wort fĂŒr den jeweiligen Suchbegriff. Anhand dieses einfachen und effektiven Prinzips lĂ€sst sich mit der WDF*IDF-Analyse ermitteln, wie hoch die thematische Relevanz von ergĂ€nzenden Keywords zu einem beliebigen Suchbegriff ist. Mit den gĂ€ngigen Tools wird die Termgewichtung der Seiten ausgewertet, die zu einem gesuchten Keyword das beste Ranking haben.

Auf Basis der effektiven Analyse erhalten die Nutzer von den Tools entsprechende Proofkeywords als VorschlÀge. Diese ergÀnzenden Keywords sind thematisch passend und sollen in einem Textdokument zusÀtzlich zu den eigentlichen Suchbegriffen erscheinen.

So funktioniert die Formel in der Praxis

Als Erstes wird ein Hauptkeyword definiert und im Hinblick auf dieses soll ein Dokument optimiert werden. FĂŒr dieses Keyword lĂ€sst sich mittels verschiedener Tools eine WDF*IDF-Analyse durchfĂŒhren. Mit diesen lassen sich beliebige Texte von einem Dokument streng nach der oben genannten Formel fĂŒr die optimale Termgewichtung optimieren.

Bei den meisten Tools gibt der Nutzer ein Keyword ein, auf welches er optimieren möchte. Danach wĂ€hlt er ein Land aus, fĂŒr welches das Dokument optimiert werden soll. Anhand dieser beiden Einstellungen erkennen die meisten WDF*IDF-Tools sofort, ob es sich um eine Webseite aus Deutschland, der Schweiz oder aus Österreich handelt. Im Anschluss daran ermitteln die Programme auf der Basis der zuvor analysierten Seiten die fĂŒr den jeweiligen Suchbegriff relevanten Terme und die Termgewichtung. Dies geschieht, indem die WDF*IDF-Tools alle Webseiten mit dem besten Ranking im Hinblick auf den angegebenen Begriff untersuchen.

Danach zeigen die Tools sowohl alle relevanten Begriffe als auch deren HĂ€ufigkeitsverteilung an. Der Nutzer erhĂ€lt diese in einer detaillierten Übersicht. FĂŒr jeden einzelnen Begriff ermittelt das Programm noch den besten WDF-Wert. Dank dieser detaillierten Ergebnisse kann der Nutzer seinen eigenen Text mit den zuvor ermittelten Werten vergleichen und ihn gegebenenfalls optimieren. Der Text sollte so nahe wie möglich an der idealen Termgewichtung, die das Tool vorgeschlagen hat, liegen.

Mit diesen Tools lassen sich WDF*IDF-Analysen durchfĂŒhren

FĂŒr eine Analyse bieten sich mehrere Tools an. Zwar unterscheiden sich diese im Hinblick auf die grafische Gestaltung und die Kosten, trotzdem besitzen sie eine Ă€hnliche Funktionsweise.

  • Sistrix Toolbox
  • kostenlose WDF*IDF-Analyse von Seobility (*Anzeige)
  • Searchmetrics Tool
  • XOVI SEO Tools
  • Seolyse (30 Tage kostenlos)
Screenshot einer wdf-idf von Seobility

(c) Screenshot wdf-idf von Seobility

SchwÀchen von WDF*IDF

Werden Dokumente im Hinblick auf die Termgewichtung optimiert, muss der Nutzer berĂŒcksichtigen, dass alle Seitenelemente analysiert werden. Eine WDF*IDF-Analyse macht vor allem auf Webseiten mit viel Text Sinn. Dies bedeutet, dass manche Webseiten mit wenig Text, wie beispielsweise Online-Shops, von der Optimierung kaum profitieren. Die Nutzer mĂŒssen die Inverse Document Frequency genau kennen, damit die Formel richtig eingesetzt werden kann. Wurden nur wenige Webseiten durchgezĂ€hlt, ist keine optimale Analyse möglich. Die Ergebnisse der WDF*IDF-Analyse sind im Hinblick aus redaktioneller Sicht schwer umsetzbar. Kein Texter wird alle Begriffe auf eine natĂŒrliche Art und Weise im Text unterbringen können. Versucht er dies, leidet darunter die QualitĂ€t der Texte.

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