Geofencing

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Was Ist Geofencing?

Das Kunstwort Geofencing ist eine Zusammensetzung der beiden englischen Wörter “geographic” und “fence”. In deutscher Sprache beschreibt der Begriff das automatische Auslösen einer bestimmten Aktion durch die Überquerung einer Begrenzung in der Luft oder auf der Erde. Bei der technischen Umsetzung kommen RFID-Signale oder GPS-Koordinaten zum Festlegen einer rĂ€umlichen Grenze zum Einsatz. Begrenzungen bzw. Grenzen werden nicht nur in der realen Welt benötigt, sie spielen im Internet der Dinge (internet of things) ebenfalls eine wichtige Rolle. Eine virtuelle Grenze wird als “Geofence” bezeichnet.

Geofencing im Internet der Dinge

Das “Internet of things” zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten technischen Entwicklungen unserer Zeit und stellt zugleich eine gewaltige technische Herausforderung dar. Bereits heute umgeben uns mehrere Milliarden an GerĂ€ten und deren Zahl steigt tĂ€glich an. Somit stellt sich die wichtige Frage: Wie kann man diese große Anzahl an GerĂ€ten sicher mit dem Internet verbinden und zuverlĂ€ssig mit Updates versorgen? Die einfach klingende Antwort lautet Geofencing. Im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge beschreibt dieser Begriff das Erstellen von zahlreichen virtuellen Arealen und Grenzen, in denen sich Things (GerĂ€te) aufhalten und unter UmstĂ€nden bewegen können.

Im Jahr 2020 werden laut unterschiedlichen SchĂ€tzungen bis zu 50 Milliarden Dinge eine Verbindung zum Internet haben. Diese enorme Anzahl an Things lĂ€sst sich nicht ausschließlich ĂŒber normale Wifi-Verbindungen nutzen. ZusĂ€tzlich mĂŒssen weitere Funkprotokolle, wie Bluetooth, mit einer kurzen und mittleren Reichweite zum Einsatz kommen. Es wurden verschiedene Konzepte ausgearbeitet, damit das ganze Zusammenspiel in Zukunft funktioniert. Das Geofencing spielt eine zentrale Rolle und vereint gleich mehrere AnsĂ€tze.

Durch das Geofencing wird ein GerĂ€t an einen festgelegten Ort gebunden. Hierbei wird zwischen zwei Szenarien unterschieden. Zum einen gibt es GerĂ€te, die nicht außerhalb der Begrenzung funktionieren. Ein gĂ€ngiges Beispiel sind ArbeitsgerĂ€te, die ausschließlich auf dem UnternehmensgelĂ€nde funktionieren. Zum anderen Anwendungsszenario zĂ€hlen GerĂ€te, die “durchdrehen”, sobald sie aus ihrem Geofence entfernt wurden. Eines der bekanntesten Beispiele sind Sicherheits-Tags in den LadengeschĂ€ften. Entfernt man diese aus dem GeschĂ€ft, fangen sie an zu piepen.

So funktioniert das Geofencing in der Praxis

Dank der Funktionsweise lĂ€sst sich das Geofencing in unterschiedliche Betriebssysteme, Programme und Hardware-Bauteile implementieren. Das mobile Betriebssystem Apple iOS verfĂŒgt beispielsweise ĂŒber eine ortsabhĂ€ngige Erinnerung. Hat der Nutzer die Funktion aktiviert und zuvor festgelegte Koordinaten ĂŒberquert, bekommt er eine individuelle Erinnerung. Mittels einer mobilen Anwendung lĂ€sst sich das Geofencing mit der standortbasierten Werbung kombinieren. LĂ€sst ein mobiler Nutzer eine virtuelle Grenze hinter sich, kann er mit standortbasierten Kampagnen und Rabattaktionen versorgt werden.

GPS und RFID

Über GPS erfolgen die Ortsbestimmung und -abfrage ĂŒber einen Satelliten und dieser tauscht Daten mit den EndgerĂ€ten der Nutzer aus. Über RFID erfolgt die Ortsbestimmung ĂŒber das Mobilfunknetz oder ĂŒber WLAN via RFID-Chip. Der Chip oder Transponder empfĂ€ngt hochfrequente elektromagnetische Wechselfelder und diese werden von einem Router oder Mobilfunkmasten gesendet. Der RFID-Transponder nutzt diese Signale mithilfe von Lesecodes und schickt Informationen zurĂŒck.

Mobile Apps

Die Geofencing-App muss man als Erstes herunterladen und installieren. Im Anschluss daran geben die Nutzer ihre Zustimmung zur Verwendung ihrer Daten. Die mobile Anwendung muss nicht stĂ€ndig aktiviert sein, um zu funktionieren. Wie viele andere mobile Apps kann die Anwendung auch im Hintergrund dafĂŒr sorgen, dass der Nutzer entsprechende Nachrichten und Angebote bekommt. Die Push-Nachrichten erscheinen gut lesbar im Display des Smartphones. Verwendet die mobile App GPS, muss diese Funktion dauerhaft eingeschaltet sein.

Wie bei allen anderen Anwendungen, die den Ort bestimmen können, wirkt sich ein aktiviertes GPS direkt auf den Akku aus. Da der Standort des Nutzers in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden abgefragt wird, verringert sich durch die mobile App deutlich die Akkulaufzeit. Mit den aktuellen Geofence-Technologien lassen sich mobile EndgerĂ€te prĂ€zise orten. Je nach Standort und GerĂ€t ist die Ortung auf rund 10 Meter genau. ZusĂ€tzlich spielt bei der Genauigkeit die QualitĂ€t des verbauten Chips eine Rolle. Höherwertige Smartphones, wie etwa aktuellere iPhones oder Galaxys haben einen besseren GPS-Chip als preiswerte GerĂ€te und erlauben eine prĂ€zisere Ortung.

Anwendungsbeispiele:

  • mobile EndgerĂ€te orten
  • Suche nach GerĂ€ten und Personen
  • Einhaltung von Landesgrenzen beim Verleih eines Mietwagens
  • personalisierte und standardabhĂ€ngige Werbebotschaften
  • Diebstahlschutz von Objekten, Fahrzeugen und Maschinen

Welche Unterschiede bestehen zwischen Geofencing und Geotargeting?

Beim Geotargeting grenzen Marketer die Zielgruppe mit der Hilfe von Geodaten ein. Dadurch erhalten nicht alle Nutzer in einem Bereich eine bestimmte Werbung oder andere Marketingmaßnahme. Technisch umgesetzt wird das Geotargeting durch die IP-Adressen der Nutzer. Mittels dieser lassen sich die Besucher orten. Basierend auf dem jeweiligen Standort lĂ€sst sich die Sprache der Werbeanzeige entsprechend anpassen. Mittels einer HTML-Geolocation-API lĂ€sst sich die Position der Nutzer noch prĂ€ziser ermitteln. Zum Einsatz kommen verschiedene Quellen wie WLAN-Netzwerke, GPS-Sender und Mobilfunksignale.

Beim Geofencing verwendet man nahezu identische Quellen, um Personen oder GerĂ€te prĂ€zise zu orten. Marketer verwenden die Technik vor allem bei mobilen Internetnutzern. Befindet sich ein Smartphone-Nutzer in der NĂ€he eines Restaurants oder LadengeschĂ€fts, kann man ihn ĂŒber eine Push-Nachricht ĂŒber spezielle Aktionen oder Events informieren. FĂŒr den Empfang dieser Push-Benachrichtigungen mĂŒssen die Nutzer zuerst eine App herunterladen und installieren und ihr EinverstĂ€ndnis geben. Der Bereich, der durch das Geofencing eingegrenzt wird, lĂ€sst sich um das GeschĂ€ft oder Restaurant als Radius oder als Vieleck festlegen.

Geofencing als Marketing-Instrument

Geofences werden in der Regel um LadengeschĂ€fte oder andere fĂŒr das Marketing relevante Aufenthaltsorte gelegt. Nutzt ein Sportartikelhersteller beispielsweise einen Geofence, so wĂ€re ein relevanter Ort ein Tennisplatz oder ein anderer beliebter Sportplatz. Mittels einer solchen Platzierung können Marketer relevante Zielpersonen mit geeigneten Interessen ansprechen und sie auf Aktionen und Angebote hinweisen. ZusĂ€tzlich ist es möglich genau festzulegen, dass ein potenzieller Kunde bzw. KĂ€ufer nur eine Nachricht erhĂ€lt, wenn er im Vorfeld einen bestimmten Ort besucht hat. Dadurch lassen sich Kunden nochmals gezielter und direkter ansprechen. Hat sich ein solcher Kunde beispielsweise auf dem oben genannten Tennisplatz aufgehalten, wird er beim Betreten der FußgĂ€ngerzone auf einen aktuellen Rabatt fĂŒr Sportartikel in einer nahen Filiale hingewiesen.

Das Geoconquesting (Erobern) geht noch einen ganzen Schritt weiter als das Geofencing. Bei dieser Methode spricht man Konsumenten gezielt an, die sich in der nĂ€heren Umgebung von einem Konkurrenten befinden. Die Marketer gehen beim Geoconquesting davon aus, dass diese angesprochenen Personen ein hohes Interesse an Dienstleistungen und Produkten haben und sich mithilfe von ĂŒberzeugenden Angeboten direkt in die Filiale umleiten lassen. Nicht ohne Grund wird diese Methode als aktive und aggressive Eroberung in Form einer Kundenabwerbung verstanden. Neben dem Geofencing spielt im modernen Mobile-Marketing eine weitere Technik eine Rolle. Mit kleinen Bluetooth-EmpfĂ€ngern in Form von Beacons können Marketer ebenfalls eine standortbezogene Konsumentenansprache durchfĂŒhren.


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