ICANN

Was ist ICANN?

Die ICANN stellt eine Non-Profit-Organisation dar, deren Aufgabe in der Vergabe von IP- und Internet-Adressen besteht. Als Abkürzung steht ICANN für Internet Corporation for Assigned Names and Numbers. Über das Domain Name System (DNS) steuert dieser Organisation die Vergabe der Adressen. Ebenso entscheidet die Organisation über die Einführung von Top-Level-Domains (TLDs).

Geschichte und Entwicklung

Die Entwicklung der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers ist zu verstehen vor dem Hintergrund der Internet Assigned Numbers Authority (IANA). Diese ist im Zusammenhang mit dem ARPANET, dem direkten Vorgänger des heutigen Internets, entwickelt worden. Noch heute besteht eine ihrer Aufgaben in der Kontrolle und Koordination von Internet-Adressen und IP-Adressen.

Ursprünglich basierte das Internet auf einem Netz für Wissenschaftler, jedoch hat es sich schnell zu einem weltweit von einem breiten Publikum genutzten Informations- und Kommunikationsnetz entwickelt. Diese wachsende Beliebtheit und damit Bedeutung des Internets hatte auch eine Überarbeitung der ursprünglichen IANA zur Folge. Der ursprüngliche Anwendungsbereich des ARPANETs war militärischer Natur. Die Entwicklung und Förderung entsprach weitgehend den Vorgaben des US-Verteidigungsministeriums (US Department of Defence) und seiner verschiedenen Behörden.

Die Fortentwicklung zum Kommunikationsnetz für verschiedenste Anwender und zum kommerziell genutzten Internet hatte zur Folge, dass die IANA ab den mittleren 1990er Jahren der National Telecommunications and Information Administration (NTIA) unterlag. Diese stellt eine Behörde des US-Handelsministeriums (US Department of Commerce) dar. Es besteht jedoch der Anspruch, die Vergabe und Koordination der Domain- und IP-Adressen objektiv zu gestalten. Aus diesem Grunde ist 1998 die Non-Profit-Organisation ICANN ins Leben gerufen worden. Sie soll unabhängig agieren und wird von der US-amerikanischen Regierung anerkannt.

Funktion und Tätigkeiten der ICANN

Grundsätzlich beobachtet und koordiniert die ICANN die weltweite Nutzung von Internet- und IP-Adressen. Jede der Adressen muss einzigartig sein, das heißt, es werden niemals zwei gleiche Adressen vergeben. Damit übernimmt die Organisation die Aufgabe einer Art digitaler und virtueller Meldebehörde.

Eine Adressvergabe über diese Organisation kann im Wesentlichen auf zwei verschiedene Arten erfolgen. Die erste Art basiert auf der direkten Zuteilung der IP- oder Domain-Adresse an einzelne Personen oder Organisationen. Die zweite Art sieht vor, ganze Gruppen von Adressen an andere Organisationen und Unter-Organisationen zu vergeben. Diese leiten die einzelnen Adressen anschließend weiter und vergeben sie an andere Personen oder Organisationen. Überdies ist die ICANN verantwortlich für die Gewährleistung des Betriebs von Root-Nameservern, wobei die ICANN einen dieser Nameserver selbst betreibt.

Eine der Hauptfunktionen trägt den Namen IANA und hat eine ähnliche Funktionalität wie die ursprüngliche IANA. Hier geht es zum einen um die Vergabe und Zuteilung von IP-Adressen. IP-Adressblöcke verteilt die ICANN auf fünf RIRs (Regional Internet Registries). Diese teilen kleinere Abschnitte hieraus an Webhoster und andere Local Internet Registries zu. Eine andere Aufgabe im Rahmen der IANA-Funktion besteht in der Zuteilung von Top-Level-Domains an die Domain Name Registries. Diese können im Anschluss als Registrare die Registrierung der Domains verwalten. Eine weitere Funktion besteht in der Zuteilung der Port-Nummern und anderen Daten aus der Zeitzonen-Datenbank.

Interne Organisation

Ursprünglich sollte die ICANN von einer aus 19 Direktoren bestehenden Gruppe geleitet werden. Nachdem diese Pläne verworfen wurden, sind im Jahr 2000 ein Direktor pro Kontinent gewählt worden. Diese fünf Direktoren wurden direkt und online gewählt und ernannt. Diese Organisationsform führte jedoch zu Problemen mit dem Führungsstab, sodass die Praxis drei Jahre danach wieder abgeschafft wurde. Die heutige ICANN setzt sich aus einem CEO sowie unterschiedlichen Committees zusammen. Diese leiten die Geschäfte der Non-Profit-Organisation.

  • Die Regulierung der ICANN-Arbeit basiert auf einer eigenen Satzung. Diese legt die Aufgaben der verschiedenen Organe fest. Eine wesentliche Aufgabe kommt dabei dem Board of Directors zu. Dieses besteht aus 21 Mitgliedern, von denen 16 stimmberechtigt sind. Hiervon werden 8 Stimmberechtigte für das Board of Directors durch ein Nominierungs-Komitee ausgewählt. 7 stimmberechtigte Mitglieder werden durch die Organe der ICANN festgelegt. Zur Wahl des CEOs stehen damit 15 Mitglieder bereit. Der Vorschlag der restlichen 5 nicht stimmberechtigten Mitglieder erfolgt über die beratenden Organisationen.
  • Die Finanzierung der ICANN erfolgt über die Gebühren zur Registration von IP- und Internet-Adressen, sowie aus Spenden.
  • Die Organe der ICANN setzen sich aus mehreren Gremien und Komitees. Grundsätzlich sind vier hauptsächliche Organe zu unterscheiden, die wiederum in einzelne Gremien untergliedert sind.
  • Die Address Supporting Organization (ASO) stellt eine Interessenvertretung der RIRs dar. Sie vergibt IP-Adressblöcke. Gemeinsam mit dieser entwickelt die ASO die Richtlinien bezüglich der IP-Adressvergabe. Die Durchführung der Aufgaben der ASO obliegt einer externen Organisation, der Number Ressource Organization.
  • Die ccNSO (Country Code Names Supporting Organization) stellt eine Vertretung der Betreiber landesspezifischer Top Level Domains (ccTLDs) dar. Die ccTLD-Betreiber haben die Option, eigene Richtlinien für die Domainnamen-Vergabe mit ccTLDs ins Leben zu rufen. Damit fungiert die ccNSO als eine Art Vermittler zwischen ccTLD-Anbietern auf der einen Seite und der ICANN auf der anderen Seite.
  • Die Handhabung generischer Top Level Domains (gTLDs) obliegt der gNSO (Generic Name Supporting Organization). Diese entwickelt auch Vorschläge für Neuentwicklungen der gTLDs. Zu den generischen TLDs zählen etwa die Endungen .net oder .com. Die Organisation besteht aus Lobbygruppen von Nutzern und Registraren. Ebenso zum Aufgabenfeld der gNSO gehört die Überprüfung organisatorischer und rechtlicher Aspekte im Zusammenhang mit der Einführung neuer gTLDs. Dabei beteiligt ist häufig das Trademark Clearing House (TMCH).

Ebenso gehören mehrere Advisory Committees zur Organisationsstruktur des ICANN. Diese überwiegend mit Beratungsfunktionen ausgestatteten Komitees beinhalten das GAC (Governmental Advisory Committee), das die Interessen der Regierungen aus 100 Staaten vertritt. Die Interessenvertretung der individuellen Internet-Nutzer obliegt dem ALAC (At-Large Advisory Committee). Eine Anmeldung hierfür ist nur durch Interessengruppen möglich. Das SSAC (Security and Stability Advisory Committee) sowie das RSSAC (Root Server System Advisory Committee) haben ihre Zuständigkeit im Bereich der Fragen rund um Technik und Sicherheit. Ein weiteres Advisory Committee ist die IETF (Internet Engineering Task Force), das neue Internetstandards entwickelt.

Die ICANN im Zusammenhang mit der Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Es stellt sich bei der Auswahl der Domain stets die Frage nach deren Auswirkung auf das Ranking in den Suchergebnislisten (SERPs). Generell ist es unter SEOs umstritten, ob und in welchem Umfang Domain-Endungen für die Suchmaschinenoptimierung von Bedeutung sind. Es existieren Thesen, dass Endungen auf alte und etablierte TLDs wie .com ein höheres Vertrauen genießen und daher erfolgversprechender im Hinblick auf das Ranking sind. Für neue Kontroversen sorgt die Vergabe neuer TLDs durch die ICANN. Ein bedeutendes Beispiel sind regionale Endungen. Es ist denkbar, dass der regionale Bezug einer TLD zu höherem Erfolg in der Region führt.


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