LAMP-Server

lamp server

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Was ist ein LAMP-Server?

Der LAMP-Server stellt eine bestimmte Server-Infrastruktur zur Verf├╝gung, die das Erstellen und Hosten dynamischer Webseiten m├Âglich macht. Als Akronym setzt sich der Begriff aus vier Komponenten zusammen: das Betriebssystem Linux, der Webserver Apache, die Datenbank MySQL sowie die Skriptsprache PHP. Da diese Bestandteile miteinander verkn├╝pft sind und aufeinander aufbauen, ist auch von einem LAMP-Stack die Rede. Die gro├če Beliebtheit der LAMP-Server h├Ąngt mit ihrer schnellen Verf├╝gbarkeit sowie ihrer preiswerten Umsetzung zusammen. Eine weitere Eigenschaft besteht in der Flexibilit├Ąt, da einzelne Komponenten leicht durch andere zu ersetzen sind.

Definition, ├ťberblick und Allgemeines

Bei einem LAMP-Server bildet Linux als Betriebssystem die Grundlage der Architektur. Auf dieser Basis l├Ąuft der Webserver Apache. Der Webserver selbst ist nicht zur Interpretation dynamischer Inhalte imstande. Daher nutzt er den Skript-Interpreter von PHP. Realisiert wird dies, indem Apache den Quellcode samt der Informationen ├╝ber die Aktionen des Nutzers der Webseite an den PHP-Interpreter. Dieser nutzt wiederum die Datenbank MySQL. Das Resultat gelangt anschlie├čend zur├╝ck zum Apache-Webserver und kann dem Webseiten-Besucher in seinem Browser angezeigt werden.

Die schnell verf├╝gbaren und preisg├╝nstig realisierbaren LAMP-Server zeichnen sich auch durch eine Ersetzbarkeit der Komponenten aus. Auf Seiten des Betriebssystems k├Ânnen beispielsweise Mac OSX MAMP┬áund Windows (WAMP) zum Einsatz kommen. An Stelle des Webservers Apache ist auch der Einsatz von nginx beliebt. Neben der Datenbank MySQL erfreut sich auch MariaDB einer gro├čen Beliebtheit bei LAMP-Servern. Als Skript-Interpreter kommen neben PHP auch die Programmiersprachen Ruby, JavaScript oder Perl zum Einsatz.

Voraussetzungen f├╝r die Installation

Vor der eigentlichen Installation sind einige Voraussetzungen f├╝r den LAMP-Server zu ├╝berpr├╝fen. Die genutzte Hardware ben├Âtigt hinreichend Leistung f├╝r Installation und Arbeit mit einem LAMP-Stack. Die ben├Âtigten Kapazit├Ąten sind grunds├Ątzlich nicht hoch, da es sich um ein gen├╝gsames System handelt. In Abh├Ąngigkeit der gew├╝nschten Inhalte, die an Nutzer ausgeliefert werden sollen, ist starke Hardware jedoch von Vorteil. Zu diesen anspruchsvolleren Inhalten geh├Âren etwa Streaming oder Storage-Dienstleistungen. Zu ber├╝cksichtigen sind ebenfalls die zu erwartenden Zugriffszahlen sowie der voraussichtliche oder tats├Ąchliche Datenverkehr.

Sobald die Hardware ausgew├Ąhlt ist, gilt es, im Hinblick auf das Betriebssystem die richtige Linux-Distribution auszuw├Ąhlen. Diese Wahl ist abh├Ąngig von der angestrebten Verwendung des LAMP-Stacks sowie dem zur Verf├╝gung stehenden Know-how in Bezug auf Linux. M├Âglichkeiten bieten beispielsweise openSUSE, Red Hat, Ubuntu, CentOS oder Debian.

L wie Linux: das Betriebssystem

Einige der Linux-Distributionen f├╝r den LAMP-Server finden sich auf Open-Source-Basis kostenlos im Internet. Beliebt ist die Nutzung von Ubuntu. Die Installation dieses auf Debian basierenden Betriebssystems ist in wenigen Schritten m├Âglich. Ben├Âtigt wird die Ubuntu Server Edition, die Anwender auf der Ubuntu Webseite herunterladen k├Ânnen. Anschlie├čend wird die iso-Datei gespeichert, beispielsweise auf einem USB-Stick. Mit diesem l├Ąsst sich das System starten. Nach der Auswahl der Sprache kann die Installation beginnen. Weitere einzustellende Konfigurationen umfassen die Netzwerk-Optionen, das Keyboard-Layout und die Zeitzone. Ebenso sind Angaben zur Zeitzone und zum Passwort zu machen.

Anschlie├čend erfolgt die Konfiguration der Festplatte. Der Installer scannt nun die Umgebung nach Softwarepaketen und erfragt Informationen bez├╝glich der Update-Optionen. Im Anschluss an die Installation ist es erforderlich, das System neu zu starten. In der Kommandozeile ist der Befehl sudo apt-get update einzugeben. Ubuntu ist nun vollst├Ąndig installiert. Damit sind die Voraussetzungen f├╝r die folgenden Komponenten eines LAMP-Stacks geschaffen.

A wie Apache: der Webserver

Sofern der Webserver Apache noch nicht im Rahmen der Installation Ubuntus etabliert worden ist, k├Ânnen Anwender dies jederzeit ├╝ber einen Befehl nachholen: sudo apt-get install apache2. Anschlie├čend sollten Anwender den Erfolg der Installation von Apache 2 kontrollieren, wobei die 2 der gegenw├Ąrtigen Apache-Version entspricht. Dies l├Ąsst sich durch Aufruf der Seite localhost ├╝ber den Web-Browser oder ├╝ber die Host-IP ├╝berpr├╝fen. Sobald die Benachrichtigung It Works! erscheint, geht es an die Konfiguration.

Es empfehlen sich nun einige Anpassungen f├╝r den LAMP-Server. Im Hinblick auf KeepAlive gilt es zu ber├╝cksichtigen, dass dieses einerseits die Geschwindigkeit der Webseite f├╝r Nutzer beschleunigt, gleichfalls aber auch nicht wenig Arbeitsspeicher beansprucht. Aus diesem Grunde ist anzuraten, den Eintrag KeepAlive insbesondere bei weniger leistungsstarken Systemen abzu├Ąndern in KeepAlive Off. Dies l├Ąsst sich in der Konfigurationsdatei etc/apache2/apache2.conf umsetzen. Das regul├Ąre Multi Processing Module ist das Event Module von Apache. PHP verwendet das Prefork Module. Es empfiehlt sich, das Prefork Module anzuschalten und das Event Module auszuschalten. Anschlie├čend gilt es, den Apache Server erneut zu starten: sudo service apache2 restart

M wie MySQL: die Datenbank

MySQL arbeitet im LAMP-Server als Datenbank-Managementsystem wie ein Server, der die Erstellung mehrerer Datenbanken erm├Âglicht. Auf jeder Datenbank k├Ânnen zudem mehrere Tabellen angelegt werden. Der MySQL-Server l├Ąsst sich ├╝ber diesen Befehl installieren sudo apt-get install mysql-server.

Im Rahmen der Installation ist es m├Âglich und empfehlenswert, das Passwort f├╝r den MySQL-Root-User festzulegen. In einem n├Ąchsten Schritt geht es um die MySQL-Sicherheit. Eine ├änderung des Passworts oder anonyme User-Accounts sind ├╝ber das Programm MySQL Secure m├Âglich. Dieses l├Ąsst sich installieren ├╝ber den Befehl sudo mysql_secure_installation. Die Datenbankerstellung erfordert zun├Ąchst den Root-Log-in ├╝ber mysql -u root -p. Datenbanken mitsamt Usern und ihren Zugriffsrechten lassen sich nun erstellen ├╝ber create database webdata.

P wie PHP: die Skript-Sprache

In einem letzten Schritt der LAMP-Server-Installation geht es um die Komponente PHP sowie die zugeh├Ârige PEAR-Bibliothek (PHP Extension and Application Repository). Dies ist eine Erweiterung, die einige Tools und Module beisteuert. Der Befehl sudo apt-get install php5 php-pear erm├Âglicht die Installation. Eine Installation der MySQL-Unterst├╝tzung f├╝r PHP5 ist empfehlenswert. Abgeschlossen ist die Installation des vollst├Ąndigen LAMP-Stacks erst mit einem Apache Reload ├╝ber den Befehl sudo service apache2 reload.


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