IIS (Internet Information Server)

Was Bedeutet IIS (Internet Information Server)?

IIS ist die Abkürzung für Internet Information Server, ein Webserver von Microsoft. Da es sich nicht um eine eigenständige Plattform handelt, sondern um einen in Windows integrierten Dienst, wird IIS häufig auch “Internet Information Services” genannt.
Der Internet Information Server wurde von Microsoft bereits Ende Neunziger-Jahre eingeführt und seither kontinuierlich weiter entwickelt. Hier eine kurze Geschichte der IIS (Haupt-)Versionen:

  • Version 1.0 als Zusatz für Windows NT 3.51 ausgeliefert
  • Version 2.0 mit Windows NT 4.0 ausgeliefert
  • Version 3.0, die erste Version mit den Active Server Pages (ASP, siehe unten).
  • Version 4.0, das ein zusätzliches Option Pack mit vielen Technologien des Microsoft Transaction Servers anbot
  • Version 5.0: erstmals Bezeichnung “Internet Information Services” (statt “Server”) verwendet
  • Version 6.0: völlig neu konzipiert, um die Sicherheit zu verbessern
  • Version 7.0: in Windows Vista und den Windows Server 2008 integriert
  • Version 7.5: integriert in Windows 7 und Windows Server 2008 R2
  • Version 8.0: integriert in Windows 8 und Windows Server 2012
  • Version 8.5: integriert in Windows 8.1 und Windows Server 2012 R2
  • Version 10.0: integriert in Windows 10 und Windows Server 2016

Funktion

Der IIS stellt alle Funktionen eines Webservers bereit. Damit können Websites gehostet, Webanwendungen verfügbar gemacht und Medien gestreamt werden. Damit ist der IIS Microsofts Alternative zum Apache Webserver, welcher auf Linux läuft.
IIS ist auch die Plattform für ASP.NET (Active Server Pages), das serverseitige Webframework von Microsoft – dieses entspricht auf der Linux-Seite PHP.

Eigenschaften

Microsoft erwähnt als wichtigste Vorzüge die folgenden Eigenschaften:

  • Skalierbare Infrastruktur mit Load Balancing und intelligentem Routing
  • Möglichkeit, große Webfarmen aufzubauen und zentral zu steuern
  • Differenziert steuerbare Delegation von Konfigurations- und Administrations-Aufgaben
  • Administration über sicheren Fernzugriff
  • Mächtige Diagnose-Tools
  • Dynamisches Caching und Komprimierung, um die Leistung zu optimieren
  • Möglichkeit, nicht benötigte Module zu entfernen, um damit die Sicherheit zu verbessern und den “Process Memory Footprint” zu reduzieren.
  • Automatische Isolierung der einzelnen Websites, d.h. jede Website läuft in einer eigenen “Sandbox”, sodass Probleme einer Website keine Auswirkungen auf die übrigen haben.
  • Sicheres Hochladen von Inhalten. Der IIS unterstützt FTP over SSL (FTPS), also ein verschlüsseltes FTP. Dank einfacher Benutzerverwaltung behält der Administrator den Überblick: Authentifizierung der FTP-Benutzer über den IIS Manager (statt über eigene Windows-Accounts für jeden User) und detailliertes Logging der FTP-Aktivitäten verbessern die Kontrolle und damit die Sicherheit.
  • Ausgereifte Zugangskontrolle, welche auch dann funktioniert, wenn der Content auf einen neuen Server oder eine neue Domain verschoben wurde. Der IIS kommt mit eingebautem Request Filtering, mit welchem sichergestellt wird, dass der Server nur valide Anfragen entgegennimmt.
  • IIS kann auf dem selben Server gleichzeitig ASP.NET und PHP unterstützen.
  • IIS kommt mit einer Medienplattform, den IIS Media Services. Diese bietet sowohl Streaming für gespeicherte Medien (on-demand) als auch Live Streaming. Die IIS Media Services bieten Features wie Bit Rate Throttling, Web Playlists, Advanced Logging und Application Request Routing (ARR).
  • IIS (Internet Information Server) ist modular erweiterbar, und zwar sowohl mit nativen (C/C++) als auch managed (C#, VB.NET) APIs.

Die aktuellste Version 10.0 bringt den neuen Sicherheitsmechanismus HSTS (HTTP Strict Transport Security), welcher verhindert, dass die Website ohne TLS-Verschlüsselung, d.h. über HTTP statt HTTPS, kontaktierbar ist. Damit werden sogenannte “Downgrade Attacken” und “Session Hijacking” verhindert.

Installation

Einer der wichtigsten Vorzüge des IIS ist die leichte Installation des IIS. Damit kommen auch Anwender klar, welche mit der komplizierten Konfiguration des Apache HTTP Servers Mühe haben.
Die Software ist in Windows bereits enthalten, muss aber noch aktiviert werden: gehen Sie ins Menü “Programme und Features” und klicken Sie dort auf “Windows-Features aktivieren oder deaktivieren”. Dort finden Sie den Listenpunkt “Internetinformationsdienste”. Wählen Sie dort diejenigen Dienste, welche Sie aktivieren wollen.

Der IIS im Windows ist für Entwickler und zum Ausprobieren gedacht, nicht für stark frequentierte Websites. Die Anzahl gleichzeitiger Verbindungen ist lizenzrechtlich auf ca. 25 beschränkt; Genaueres erfahren Sie in den EULA der jeweiligen Version.
Für leistungsfähige Webserver wird IIS für Windows Server benötigt. Dort werden die IIS ganz einfach über den Server Manager aktiviert, indem die IIS-Rolle (“Web Services”) hinzugefügt wird.

IIS Express

Für Entwickler bietet Microsoft den Internet Information Server Express. Dieser wird seit 2012 mit der Entwickler-Plattform Visual Studio ausgeliefert. Er beschränkt sich auf die wichtigsten Dienste, welche ein Webentwickler benötigt: HTTP, HTTPS und WCF-Dienste. Entsprechend ist er auch nicht über Internet erreichbar, sondern nur lokal auf dem Rechner, auf welchem das Visual Studio läuft.


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