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Navigability

Was bedeutet Navigability?

Unter dem Begriff Navigability wird im Kontext mit der Nutzung des Internets der Anspruch verstanden, die Bedienung von Webseiten einfach und übersichtlich zu gestalten. Das Wort selbst stammt aus dem Englischen und wird dort hauptsächlich unter Bootsleuten benutzt, um “Schiffbarkeit” auszudrücken. Stellt man sich nun einen Internetauftritt als eine Art Fluss vor, wird durch professionelle Navigability vermieden, dass die Besucher aufgrund von unklarer Menüführung die Orientierung verlieren.

Zwei Standards für die Navigation auf Internetseiten

Grundsätzlich haben sich zwei unterschiedliche Ansätze für Navigationsleisten auf Webseiten durchgesetzt: Auf großen Bildschirmen, also klassischen Desktop-PCs und Laptops, werden wichtige Rubriken meist auf der linken Seite vertikal oder weit oben horizontal angeordnet. Dies garantiert, dass der Nutzer jederzeit den Überblick hat, wie er mit nur einem Mausklick auf das Themengebiet seiner Wahl wechselt. Für Nachrichtenseiten sind dies etwa klassische Ressort wie Politik, Sport und Kultur, bei Webshops für Modeartikel beispielsweise Herren, Damen und Kinder. Usability Evaluation hat gezeigt, dass die Menüpunkte ganz oben und unten beziehungsweise ganz links und ganz rechts besonders deutlich wahrgenommen werden. Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, hier die umsatzstärksten oder wichtigsten Kategorien zu platzieren. Gute Navigability vertraut weiter auf klare, leicht verständliche Schlagwörter und setzt das Menü farblich von der restlichen Webseite ab.

Bei der Gestaltung von Webseiten, die für Smartphones optimiert sind, steht allerdings nicht so viel Webseitenplatz wie früher zur Verfügung. Hier haben sich die Menschen bereits daran gewöhnt, dass die Webseiten-Navigation über das sogenannte Hamburger-Menü-Icon läuft. Das an einen Burger erinnernde Symbol ist ein Dropdown-Menü – erst beim Anklicken zeigen sich die Möglichkeiten. Für diese Option spricht, dass sie durch ihre weite Verbreitung meist intuitiv funktioniert. Zudem spart sie Platz bei kleinen Screens. Als Minuspunkt wird angeführt, dass ein Klick mehr nötig ist als bei der klassischen Navigation. Navigability bedeutet eben auch, dass dem Nutzer überflüssige Klicks erspart werden und er schnell zu seinem Ziel gelangt.

Navigability aus SEO-Sicht

Eine klare Benutzerführung reduziert die Risiken, dass Besucher einer Webseite frühzeitig wieder abspringen, weil sie nicht die gewünschte Unterseite gefunden haben. Eine hohe Bounce Rate ist häufig Signal für undurchdachte Navigability und schadet dem Page Ranking. Fachleute warnen deshalb vor zwei typischen Fehlern: Zum einen sind es Designer, die denken, mit unkonventionellen Lösungen zur Navigability beim Publikum zu punkten. Wie dargestellt sind es aber derzeit zwei Lösungen, die den Nutzergewohnheiten entsprechen. Niemand möchte erst ein neues Navigationssystem lernen müssen, um durch das Internet zu surfen. Zum zweiten sind die Menüs oft mit zu vielen Punkten überladen und werden dadurch unübersichtlich. Hier empfiehlt es sich, mit Unterkategorien zu arbeiten und die Besucher so Schritt für Schritt zu ihrem Ziel zu führen. Eine smarte Navigability mit klar benannten Unterseiten wird auch von Google belohnt – in den Suchergebnissen erscheinen dann gleich die Stichworte mit direktem Link, nach denen oft gesucht wird.

Der Blick in die Zukunft in Sachen Navigability

Waren es zunächst Mausklicks und mittlerweile fast ebenso häufig Touch-Gesten, mit denen sich die Menschen durch das Internet bewegen, nimmt aktuell die Zahl derer zu, die auf Sprachsteuerung setzen. Für das Thema Navigability ergibt sich daraus, die logische Struktur einer Webseite noch mehr als gewohnt auf klare Keywords und Befehle hin zu optimieren. Die ausgesprochene Aufforderung “Zeig mir Sneaker von Adidas für Männer” an Alexa, Siri und Co. soll eben im Sinne guter Navigability sofort zum gewünschten Ergebnis führen und nicht zu Nachfragen. So wie sich die Navigationssysteme für Autos verbessert haben, ohne an den grundsätzlichen Steuerungsinstrumenten wie Lenkrad, Gas und Bremse zu rühren, werden die Nutzer von Webseiten auch künftig erwarten, ohne komplizierte Umwege zum Ziel zu finden.

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