Parameter-URLs

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Was sind Parameter-URLs und sprechende URLs?

F├╝r technisch nicht versierte Leser noch eine kurze Erl├Ąuterung, was man unter Parameter-URLs und sprechenden URLs versteht. Ein kleines Beispiel sollte hierf├╝r reichen:

https://www.beispiel.com/index.php?action=zeigeprodukte

Wann immer in einer URL ein Fragezeichen vorkommt, spricht man von einer Parameter-URL. Technisch steckt dahinter n├Ąmlich ein Mechanismus des Webservers, der einem unter dieser URL https://www.beispiel.com/index.php laufenden Programm die Wertepaare hinter dem Fragezeichen als Parameter ├╝bergibt. In diesem Beispiel erh├Ąlt das Programm also eine Variable namens “action”, deren Wert “zeigeprodukte” betr├Ągt. Das Programm entscheidet daraufhin anhand der ├╝bergebenen Werte, was es tun soll. In diesem Beispiel w├Ąre also denkbar, dass hinter dem Aufruf der Befehl zum Auflisten von Produkten steht.

Fast alle modernen Web-Anwendungen nutzen diesen Mechanismus, um mit Hilfe schlanker, modularer Programme flexibel und dynamisch ihre Inhalte und Funktionalit├Ąten anzubieten. Parameter-URLs sind also prinzipiell Gang und G├Ąbe – allerdings verstecken bereits sehr viele Anwendungen diese hinter sprechenden URLs. Das obige Beispiel k├Ânnte mit sprechenden URLs wie folgt aussehen:

https://www.beispiel.com/action/zeigeprodukte

oder noch viel einfacher

https://www.beispiel.com/zeigeprodukte

Allein aus diesem Beispiel ist schon ersichtlich, welche Vorteile sprechende URLs bieten. Sie sind einfacher. F├╝r Suchmaschinen ist das Kriterium “einfacher” zwar nicht unbedingt ein Ranking-Kriterium, aber f├╝r Benutzer ist es durchaus ein gro├čer Unterschied, ob sie die umst├Ąndliche URL https://www.beispiel.com/index.php?action=zeigeprodukte oder einfach https://www.beispiel.com/zeigeprodukte in der Adresszeile des Browsers stehen haben. Die sogenannte Viralit├Ąt der URL sinkt deutlich mit ihrer Komplexit├Ąt. Zwar sind der Facebook Like-Button, Twitter Tweet-Button und Konsorten meist nur einen Mausklick entfernt und k├Ânnen mit den komplexesten URLs umgehen, aber schon wenn es darum geht, einen Link in eine Email zu kopieren, macht der oft vorgegebene Zeilenumbruch bei langen, komplexen URLs dem Empf├Ąnger einen Strich durch die Rechnung, wenn er einfach draufklickt und daraufhin eine Fehlerseite bekommt, weil die URL abgeschnitten wurde. Noch deutlicher ist die Viralit├Ąt bei der direkten, m├╝ndlichen Empfehlung. Welche Version k├Ânnen Sie sich leichter merken und Ihrem Kollegen oder Bekannten am Telefon durchgeben?

Typische Parameter und ihre Vermeidung

Anhand einiger Beispiele soll nun verdeutlicht werden, welche Situationen ├╝blicherweise auftreten und wie diese elegant und SEO-freundlich auch ohne die Google Search Console gel├Âst werden k├Ânnen.

Applikations-Steuerung

Wenn es darum geht, eine Anwendung ├╝ber Befehle in URL-Parametern zu steuern, haben wir deren L├Âsung bereits am Einf├╝hrungsbeispiel gesehen. Mit Hilfe von mod rewrite sowie einiger kleiner Modifikationen an der Anwendung selbst ist es ├╝berhaupt kein Problem, Parameter in der URL ├╝berfl├╝ssig zu machen.

Zwar gibt es hier noch einiges zu beachten, allerdings ist das extrem technischer Natur und soll daher entsprechenden Workshops f├╝r Programmierer vorbehalten bleiben.

Druckversion einer Seite

Oft findet man URLs der Art https://www.beispiel.com/seite1?version=druck, um eine spezielle Druckversion einer Seite aufzurufen. Diese ist vom Inhalt her ├╝blicherweise identisch zur eigentlichen Seite, allerdings so aufbereitet, dass z.B. auf dem Papier st├Ârende K├Ąsten links und rechts fehlen oder die Navigationsleiste fehlt und dergleichen.

Viele Webmaster f├╝hren das als Idealfall f├╝r die Regelung durch die Einstellungen in der Google Search Console an. URLs mit dem Parameter “version” sollen einfach ignoriert werden. Was aber, wenn es auch eine “version=mobile” gibt, die durchaus f├╝r die mobile Suche von Interesse ist und daher indexiert werden soll? Die Einstellung in der Google Search Console erlaubt nur eine Selektion anhand des Parameter-Namens, nicht seines Wertes! Gleiches gilt f├╝r PDF-Versionen, deren Indexierung ja durchaus erw├╝nscht ist.

Tipp

Wenn Sie noch Fragen bez├╝glich Indexierung haben, dann k├Ânnen Sie gerne den jeweiligen Glossar dazu besuchen und sich ├╝ber das Thema informieren.

Abhilfe schafft hier eine einfache Modifikation der URLs. Anstatt den Parameter “hinten” anzuh├Ąngen, kann man einfach ein virtuelles Verzeichnis erschaffen, indem man alle druckbaren Versionen der Seiten innerhalb von /druckversion legt. Die URL des Beispiels ├Ąndert sich also in das leicht verst├Ąndliche https://www.beispiel.com/druckversion/seite1. Wenn gleichzeitig noch die “robots”-Angabe in den Meta-Tags auf “noindex, follow” gesetzt wird, hat man SEO-technisch sein M├Âglichstes getan, Google wird diese Druckversionen nicht f├Ąlschlicherweise als eigene Seiten auffassen und im Gegenteil sogar alle Links, die auf diese Druckversionen zeigen sollten, weitervererben.

Referrer-Information

Besonders im Affiliate-Umfeld wird oft mit einem angeh├Ąngten Parameter gearbeitet, um identifizieren zu k├Ânnen, welcher Affiliate diesen Besucher generiert hat. Ein Beispiel f├╝r eine solche URL ist https://www.beispiel.com/?ref=affiliate123. Nat├╝rlich soll eine derartige Seite nicht als Suchergebnis auftauchen. Das w├╝rde zwar dem betroffenen Affiliate sehr gefallen, aber dem Seitenbetreiber eher weniger.

Hier ist tats├Ąchlich die einfachste M├Âglichkeit, diesen Parameter ├╝ber die Google Search Console einfach ignorieren zu lassen. Allerdings ├Ąndert das nichts daran, dass diese URL so im Browser des Besuchers stehenbleibt – und entsprechend weiterverbreitet werden kann. Die Google Search Console ist hier also keine ernst zu nehmende L├Âsung. Hier hilft ausschlie├člich eine Auswertung seitens der Web-Anwendung, das Setzen eines Cookies und das anschlie├čende Weiterleiten per 301-Redirect auf die jeweilige URL ohne den Parameter. Nur so kann verhindert werden, dass ein Affiliate f├Ąlschlicherweise f├╝r explodierende Besucherzahlen verantwortlich ist, nur weil sich die URL mit seinem Affiliate-Code irgendwie verselbst├Ąndigt hat.

Parameter-URLs und SEO

Einer der Standard-Punkte in SEO-Ma├čnahmenkatalogen war immer die Frage nach der Verwendung von Parameter-URLs, warum diese vermieden werden sollten und wie man das bewerkstelligt. Seit Kurzem bietet nun Google aber die komfortable M├Âglichkeit, nicht mehr nur wie bisher 10 Parameter fest zu hinterlegen und zu entscheiden, wie Google sie handhaben soll. Die Anzahl scheint inzwischen unbegrenzt zu sein und besonders bei Parametern, die die Sortierung von Listen behandeln, kann eine bevorzugte Sortierreihenfolge festgelegt werden. Doch entbindet diese M├Âglichkeit nun Website-Betreiber von der unliebsamen Aufgabe, sich um sprechende URLs zu bem├╝hen?

Die Antwort muss klar und deutlich “Nein” lauten. Wie auch bisher sollte diese M├Âglichkeit in der Google Search Console nur als eine Art Rettungsanker aufgefasst werden, wenn es technisch wirklich keine andere L├Âsung gibt. Wobei das nur in extrem seltenen F├Ąllen auftreten sollte, da es nahezu keine Situation gibt, in der nicht auf sprechende URLs gewechselt werden kann.

Parameter sind niemals zwingend n├Âtig!

Um den Rahmen dieses Artikels nicht zu sprengen, wurde nur auf vier h├Ąufige Beispiele eingegangen. Wie dort aber gezeigt werden konnte, gibt es praktisch keinen Anwendungsfall, bei dem mit Hilfe einfachen Nachdenkens und leichter Modifikation der Web-Anwendung nicht auf die vermeintlich n├Âtigen Parameter verzichtet werden kann.

Fazit muss also sein: auch wenn Google die bequeme M├Âglichkeit bietet, in der Google Search Console das Handling der auftretenden Parameter zu steuern – wirklich elegant gel├Âst werden k├Ânnen die “Probleme” von Parameter-URLs nur ├╝ber konsequenten Aufbau und Strukturierung der Web-Applikation, die im Endeffekt wiederum ihrer sauberen Indexierung und somit ihrem Ranking hilft. Alles andere kann daher nur eine Notl├Âsung sein.

Tipp

Wenn Sie noch Fragen bez├╝glich eines Online Marketing Themas haben, dann k├Ânnen Sie gerne unseren Glossar besuchen und sich ├╝ber das Thema informieren, wo Sie noch speziell Fragen haben.


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