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Partizipatives Design

Was ist partizipatives Design?

Beim partizipativen Design arbeiten Entwickler und die späteren Nutzer bzw. Kunden bei der Entwicklung von Produkten oder EDV-Lösungen zusammen. Partizipatives Design sieht vor, dass bereits zu Beginn der Entwicklung in einem iterativen Prozess auf die Bedürfnisse der Nutzer eingegangen wird. Folglich stehen Praxisnähe und Usability bei diesem Ansatz, der sowohl für eine Neukonzeption als auch für einen Relaunch eingesetzt werden kann, im Fokus.

Partizipatives Design: Prozess und Ablauf

Der Ansatz des partizipativen Designs folgt keinem exakt vorgegebenen Prozess. Trotzdem unterliegt der Ablauf gewissen Spielregeln, die die Zusammenarbeit zwischen Nutzern und Entwicklern gewährleisten. Denn die einseitige Weiterentwicklung des Produkts ist hier nicht nur unerwünscht, sondern im Sinne des Konzepts auch unproduktiv.

Da partizipatives Design die Einbindung der zukünftigen Kunden zum Ziel hat, sollten diese bereits in einem frühen Stadium an der Produktentwicklung beteiligt werden. So kann ein Kick-Off-Meeting mit Vertretern der Zielgruppe am Beginn des Prozesses stehen, um erste Bedürfnisse der Kunden zu erfahren. Im Anschluss daran kann ein erster Prototyp erstellt werden. Dieser wird dann von den Nutzern geprüft, dann erneut angepasst, wieder geprüft und angepasst usw. Am Ende dieses Wechselspiels von Entwicklung und Evaluation steht im besten Fall ein Produkt, das möglichst nah an den Anforderungen und Vorstellungen der Nutzer und der Entwickler liegt. Deshalb muss partizipatives Design auch als Kompromiss zwischen beiden Partnern verstanden werden.

Partizipatives Design: Methoden zur Einbindung der Zielgruppe

Um die Bedürfnisse der Kunden in Erfahrung zu bringen, gibt es viele Möglichkeiten, die, je nach Art, im Ergebnis mehr oder weniger die persönlichen Anforderungen an das Produkt zeigen. Soll die Meinung von möglichst vielen Kunden erfasst werden, eignet sich am besten eine quantitative Befragung der Zielgruppe. Will man detaillierte und persönlichere Meinungen bzw. Einschätzungen zum Produkt haben, sollte auf qualitative Methoden zurückgegriffen werden. Dazu gehören zum Beispiel:

  • persönliches Interview: Mit persönlichen Interviews ausgewählter Kunden kann tiefer auf die einzelne Meinung, Anforderungen und Kritik eingegangen werden als in einer Umfrage.
  • Workshop: In einem Workshop kann von Entwicklern und Nutzer eine bestimmte Aufgabe gemeinsam bearbeitet werden.
  • Beobachtung: Bei einer Beobachtung sollten die Kunden möglichst wenig beim Umgang mit dem Produkt beeinflusst werden. Sind die Teilnehmer_innen einverstanden, sollte die Beobachtung für die audiovisuelle Analyse aufgezeichnet werden.
  • Vision-Meeting: Ein Vision-Meeting bringt nicht nur kreative Impulse ein, sondern kann auch die Grenzen des Möglichen aufzeigen.
  • Kernteam: Das Kernteam besteht aus Entwicklern und Nutzern, die gemeinsam an der Gestaltung des Produkts bzw. an seinen Funktionen arbeiten.

Partizipatives Design: Dokumentation und Evaluierung

Der Einsatz der verschiedenen Methoden sowie die Entwicklungsschritte verlangen eine genaue Dokumentation, um die Ergebnisse bzw. den Fortgang des Projekts transparent zu gestalten. Zudem dient sie als roter Faden für die Produktentwicklung, um etwaige Wiederholungsschleifen von Diskussion zu vermeiden, wenn die Diskussion bereits von allen Teilnehmer_innen als abgeschlossen gilt.

Die (Usability-)Evaluierung dient dazu, die Ergebnisse der angewendeten Methoden in die Produktentwicklung einzubinden. Sie muss nach jedem Methodeneinsatz durchgeführt und dokumentiert werden. Im Idealfall kann auch nach jedem qualitativen Schritt eine quantitative Umfrage gemacht werden.

Partizipatives Design: Vorteile und Gefahren

Partizipatives Design bringt, wie jeder andere Ansatz auch, Vorteile und Gefahren mit sich. Zu den Vorteilen zählen:

  • Verbesserte Produktqualität durch Einbeziehung der Kunden
  • Funktionen entsprechen den echten Bedürfnissen der Kunden
  • Design entspricht den Anforderungen des Kunden

Gefahren, die beim partizipativen Design lauern, sind:

  • Auseinanderdriften von Nutzern und Entwicklern
  • Anpassung des Produkts nur nach den Bedürfnissen einzelner, äußerst engagierter Teilnehmer_innen
  • unter Umständen länger dauernder Prozess der Produktentwicklung

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