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Prerendering

Was ist Prerendering?

Beim Prerendering einer Webseite oder einer anderen Ressource, wird diese bereits vor Aufruf im Cache vorgeladen. Der Prerendering-Prozess läuft im Hintergrund ab und hat die Eigenschaft, zu einer sofortigen Darstellung der Ressource bei Aufruf zu führen. Ressourcen wie Bilder, Skripte oder CSS werden bereits vorab geladen und stehen daher unmittelbar zur Verfügung. Prerendering ist im Browser Google Chrome seit 2011 teilweise im Einsatz.

Überblick und Entwicklung des Konzepts

Google präsentierte das Konzept im Jahr 2011 vor dem Hintergrund der Überlegung, dass bestimmte Webseiten-Inhalte von Nutzern typischerweise aufgerufen werden, nachdem sie bereits bestimmte andere Inhalte geladen haben. Solche Muster zeigen sich häufig in den ersten Suchergebnissen in den SERPs von Suchmaschinen. Auch in Nachrichtenportalen kommt Prerendering zum Einsatz, insbesondere bei Beiträgen über mehrere Unterseiten. Besonders ressourcenstarke Webseiten, die beispielsweise mit großen Dateien und Skripten arbeiten, profitieren ebenso vom Prerendering.

Das Konzept ist für sämtliche typischen User-Aktionen gedacht, die erwarten lassen, dass eine bestimmte Webseite als nächstes aufgerufen wird. Entsprechende Ressourcen, von Skripten bis zu Videoinhalten, werden vorgeladen, damit die Nutzer die pregerenderte Internetseite ohne Verzögerung aufrufen können.

Umsetzung des Prerenderings

Zentral ist die Frage, auf welche Ressourcen sich das Prerendering beziehen soll. Eine Voraussetzung für sinnvolles Prerendern von Webseiten-Ressourcen ist eine belastbare Prognose der als nächstes aufgerufenen Seite. Im Allgemeinen können hauptsächlich große Portale und Internetseiten das User-Verhalten zuverlässig vorhersagen. Im Falle von Suchergebnislisten sind es charakteristischerweise die ersten Ergebnisse, die Nutzer nach und nach anklicken.

Beim Prerendering kommen verschiedene Attribute zum Einsatz. Das Vorladen der Ressource erfolgt über die Attribute rel=”prerender” sowie href. Internet-Browser registrieren diese Referenzen. Das Vorladen der Inhalte der referenzierten Seite erfolgt in einem versteckten Tab. Dieser beinhaltet den referenzierten Webseiten-Content. In diesem Prozess werden die Inhalte in einem Verzeichnis des PrerenderManagers abgelegt und verwaltet, wo sie bis zu 30 Sekunden abrufbereit bleiben. Handelt es sich um mehrere vorgerenderte Inhalte, so kommen Algorithmen zu Einsatz, mit denen die je zuletzt genutzten Inhalte abrufbar gehalten werden.

Sobald URLs in die Browser-Adresszeile eingegeben werden, erfolgt eine Prüfung, ob diese URL einer der pregerenderten URLs entspricht. Sobald User einen Link anklicken, erfolgt der gleiche Prozess. Wird eine Übereinstimmung des Links oder der URL mit den Verzeichnisinhalten registriert, kommt es zur Löschung dieses Verzeichniseintrags. Der zuvor versteckte Tab wird in diesem Prozess sichtbar.

Nutzen und Grenzen

Das Prerendering birgt das Risiko, die Ladezeiten zu erhöhen, wenn die entsprechend vorgerenderten (Unter-)seiten nicht aufgerufen werden. Zur Kontrolle und Steuerung dieses Verhaltens lässt sich etwa mit der Page Visibility API der aktuelle Zustand der Webseite identifizieren. So lässt sich erkennen, ob eine bestimmte Webseite in diesem Moment vorgerendert wird, im Vordergrund oder Hintergrund angezeigt wird. Ebenso lässt die Page Visibility API Rückschluss darauf zu, ob die Webseite gegenwärtig versteckt oder potentiell sichtbar ist.

Neben der Erhöhung der Ladezeiten besteht ein weiteres Problem in miteinander im Konflikt stehenden Ressourcen, wenn diese gleichzeitig geladen werden. Infolgedessen werden CPU und Cache stärker belastet. Dem wirkt Google durch eine Priorisierungs-Strategie entgegen. Während Netzwerk-Verbindungen eine höhere Priorität eingeräumt wird, kommt dem Prerendering die geringste Prioritätsstufe zu. Zudem ist dafür gesorgt, dass die Prozesse auf drei pro Domain reduziert sind. Zudem wird die Verbindung unterbrochen, sobald festgestellt wird, dass mehr als 150 MB Speicher erforderlich sind. Der Prozess wird zudem unterbrochen, wenn in der Priorität höher stehende Prozesse im Gange sind, beispielsweise wenn in einem Formular eine Authentifizierung erforderlich ist.

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