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Curated Shopping

Was ist Curated Shopping?

Curated Shopping bezeichnet einen etwa 2012 in den USA entstandenen Trend, Online Shoppern die gleichen persönlichen und interaktiven Erfahrungen wie beim Einkaufen in einem Geschäft zu bieten. Wörtlich übersetzt heißt Curated Shopping betreutes Shoppen. Insbesondere Marken und Händler aus Branchen wie Mode, Beauty und Möbelhandel sind Vorreiter bei der Integration kuratierter Shopping Konzepte, die Käufern helfen, interessante Produkte entsprechend ihrer persönlichen Vorlieben zu finden.

Die wachsende Popularität des Curated Shopping kann auf zwei Ursachen zurückgeführt werden. Viele Kunde fühlen sich angesichts einer stetig wachsenden Produktvielfalt schlicht überfordert. Sie haben den Überblick verloren und suchen jemanden, der sie an die Hand nimmt und für sie die Produkte aussucht, die zu ihnen passen. Vergleichbar mit einem traditionellen Fachgeschäft, in dem ein stilsicherer Verkäufer individuell Empfehlungen ausspricht. Oft fehlt Kaufwilligen auch nur die Zeit, um sich mit der großen Produktauswahl auseinanderzusetzen.

Andere Käufer wiederum sind einfach unsicher, was ihren persönlichen Stil betrifft und suchen Rat bei Experten, um entscheiden zu können, was sie kaufen möchten. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, haben Marken und Einzelhändler weltweit verschiedene Ansätze implementiert, um das perfekte personalisierte Einkaufserlebnis zu schaffen.

Curated Shopping als gute Beratungsmöglichkeit

(c) thinkstock / Jack Hollingsworth

Der Personal Stylist – Ich kenne dich und weiß, was du brauchst

Dieses Konzept basiert auf dem klaren Verständnis des individuellen Kunden und seiner Bedürfnisse sowie einer fast intimen und kontinuierlichen Beziehung zwischen dem Händler, seinen Beratern und dem Kunden.

Diese Form des Curated Shopping zielt auf Kunden ab, die von der verfügbaren Auswahl überwältigt sind, Sortimente wechseln und den Weg ins Einkaufszentrum fürchten. Dieser Ansatz führt in der Regel zu einer stärkeren Kundenbindung, höheren Bestellwerten und niedrigeren Rücklaufquoten. Eine Studie des E-Commerce-Centers in Köln hat jedoch ergeben, dass bislang nur 3,6% der befragten Verbraucher in Deutschland diesen Service bereits in Anspruch genommen haben.

Grundlage für das Curated Shopping mit einem persönlichen Berater sind die persönlichen Daten, Vorlieben und das zur Verfügung stehende Budget der Kunden. Die Daten werden in der Regel online über ein Formular oder in Form eines Quiz erhoben und gegebenenfalls durch eine telefonische Befragung ergänzt. Auf der Basis ihrer persönlichen Vorlieben erhalten Kunden eine individuell zusammengestellte Auswahl an Produkten. Die Käufer können davon behalten und bezahlen, was ihnen gefällt und den Rest zurückschicken.

Der Erfolg dieses Ansatzes hängt davon ab, wie viel über den Kunden bekannt ist und wie kompetent die persönlichen Stylisten sind. Darüber hinaus ist die Bereitstellung individueller und manuell kuratierter Auswahlmöglichkeiten für jeden Kunden äußerst kostenintensiv und kein skalierbares Modell. Daher empfehlen viele Einzelhändler, die diese Art von kuratiertem Einkaufen anbieten, eine Kombination aus Expertenberatung und intelligenten algorithmischen Empfehlungen wie Guided Selling.

Prominente Beispiele sind Modomoto, Zalon und Outfittery für Kleidung und JustFab für Schuhe.

Influencer – Ich bin ein Experte und weiß, was gut ist

Dieser Ansatz wird bislang vor allem in den USA praktiziert und nutzt die Tatsache aus, dass Geschichten dazu beitragen, Emotionen auszulösen, Menschen zum Kauf zu motivieren und den Umsatz zu steigern. Studien in den USA haben gezeigt, dass sich 55% der Käufer durch interessante und emotionale Geschichten zu einem Kauf entschließen.

Bei dieser Variante des Curated Shopping arbeitet ein Unternehmen mit einem Influencer zusammen, der die Rolle des Experten übernimmt. Die Influencer sind meist bekannte Persönlichkeiten aus Film oder Fernsehen und bekannte Sportler. Die Prominenten sind für die Auswahl der einzelnen Produkte verantwortlich, die in einer Produktkollektion präsentiert werden. Die ausgewählten Produkte sind normalerweise in eine kreative Geschichte eingebunden, die zusätzliche Informationen und persönliche Empfehlungen des Influencer darüber enthält, warum und wie die Gegenstände benutzt werden können.

Die Vorteile des Curated Shopping durch Prominente liegen darin, dass die Kunden spontaner einkaufen und ihre Kaufentscheidungen weniger vom Preis abhängen, da die Produkte von Personen empfohlen werden, die sie kennen, denen sie vertrauen und von denen sie Ratschläge erhalten möchten. Dadurch schaffen sich Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil, eine höhere Loyalität und eine stärkere Identifikation der Kunden mit einer Marke, die zu mehr Verkäufen und höheren durchschnittlichen Bestellwerten führen.

Ein Beispiel ist MYHABIT, eine private Modeseite von Amazon.com, die Kunden eine handverlesene Auswahl von Designern, Stylisten und Gastkuratoren bietet.

Virtuelle Freunde – Ich bin wie du und wir mögen ähnliche Dinge

Der dritte Ansatz für Curated Shopping basiert auf der Tatsache, dass Verbraucher die Meinung ihrer Mitmenschen schätzen und deren Meinung ebenso vertrauen wie persönlichen Empfehlungen.

Bei diesem Ansatz stellen Käufer individuell gestaltete Kollektionen zusammen, um ihren persönlichen Geschmack mit der Öffentlichkeit zu teilen. Die Kollektionen können frühere Käufe, Wunschlisten sowie allgemein bevorzugte Produkte enthalten, die miteinander in einem Zusammenhang stehen können aber nicht müssen. Nach der Erstellung können die Kollektionen von Familienmitgliedern, Freunden oder anderen Personen mit denselben Interessen geteilt, gepinnt und gespeichert werden.

Vor allem in den USA bieten viele Einzelhändler ihren Kunden die Möglichkeit, kuratierte Sammlungen auf ihrer Website zu erstellen. Anderen nutzen die bisherigen Einkaufserfahrungen, Interaktionen und Präferenzen ihrer Kunden, um selbst kuratierte Kollektionen zu empfehlen, die den Interessen und Vorlieben Ihrer Kunden entsprechen und sie für ihren nächsten Einkauf inspirieren sollten.

Bekannte Beispiel für diesen Ansatz des Curated Shopping sind Pinterest und eBay. eBay hat bereits vor einiger Zeit seine Startseite geändert, um kuratierte Produktkollektionen anzuzeigen, die von anderen Käufern erstellt wurden, um Inspirationen für den Einkauf zu bieten.

Vorteile des Curated Shopping für den Onlinehandel

Die Zahl der Kunden, die Rat beim Einkaufen benötigen und diesen Rat auch suchen, wächst. Daraus ergeben sich vor allem für kleine Onlinehändler und Newcomer Chancen, sich gegenüber mächtigen Konkurrenten wie Amazon oder eBay zu behaupten und ein positives Image zu schaffen. Denn, die oben genannten Ansätze des Curated Shopping dienen nur einem einzigen Zweck: Kaufmöglichkeiten für potenzielle Kunden zu kuratieren und ein Einkaufserlebnis zu bieten, das auf die Präferenzen des Kunden zugeschnitten ist. Onlineshops, die diese Methode effektiv anwenden, sind in der Lage, den Einkauf persönlicher und für ihre Kunden angenehmer zu gestalten und sich so vom Wettbewerb abzuheben.

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