Lighthouse (Google)

Was ist Lighthouse von Google?

Lighthouse von Google ist ein von Google autorisiertes Werkzeug, das ursprünglich als Audit-Werkzeug zum Testen von Progressiven Web Apps (PWA) angedacht war. Neuerdings kann man mit Lighthouse allerdings auch Webseiten einem gründlichen Test unterziehen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=UvK9zAsSM8Q

Voraussetzungen

Um Lighthouse nutzen zu können, braucht man lediglich eine aktuelle Version des Google-Webbrowsers Chrome. Dieser kann kostenlos bei Google heruntergeladen werden. Bei der Installation des Browsers wird auch gleichzeitig Lighthouse mitinstalliert. Das Tool ist seit 2018 ein fester Bestandteil der Chrome DevTools und kann direkt im Browser verwendet werden. Es erlaubt zudem die Eingabe über eine Kommandozeile, wenn Node.js auf dem Rechner installiert ist. Lightsource ist ein Open Source Tool.

Hintergrund

Ursprünglich sollte Lighthouse lediglich als Audit-Werkzeug zur Überprüfung von Progressiven Web Apps (PWA) dienen. In den letzten Jahren ist die Anzahl der mobilen Webuser weiterhin stetig gestiegen. Mittlerweile besteht die Hälfte des Web Traffics aus Klicks, die von Nutzern stammen, welche ein Mobilgerät verwenden. Während lange Zeit der Fokus auf adaptiven Verfahren wie etwa dem responsiven Webdesign ruhte, verlagert er sich nun mehr und mehr auf die Performance der Webseiten. Die Performance von Webseiten auf einem Mobilgerät wird in Zukunft beim Page-Ranking von Google stärker gewichtet werden. Mit Lighthouse Google können Webdesigner künftig eine Überprüfung jeder beliebigen Webseite vornehmen und erhalten direkt von Google Verbesserungsvorschläge.

Anwendung von Lighthouse

Google Lighthouse steht dem Anwender schon direkt nach dem Start von Google Chrome zur Verfügung. Um eine Webseite einer Überprüfung zu unterziehen, muss man im Webbrowser die Entwicklertools öffnen. Diese befinden sich bei den Einstellungen unter dem Menüpunkt “Weitere Tools”. Unter dem Reiter “Audits” befindet sich die Schnittstelle für Lighthouse Google. Um eine Webseite zu testen, muss man lediglich auf den Button “Perform an audit” klicken. Anschließend kann man auswählen, welche Faktoren getestet werden sollen. Zur Auswahl stehen die Prüfkriterien Performance, Progressive Web App, Best Practices, Accessibility und SEO.

Performance

Bei der Messung der Performance zeigt Lighthouse ausführlich auf, wie lange es dauert, bis die einzelnen Elemente der Webseite im Browser auftauchen. Ebenfalls wie viele Millisekunden vergehen, bis die steuerbaren Elemente der Webseite für den Nutzer zur Verfügung stehen. Das ist besonders für Nutzer von Mobilgeräten wichtig, die in der Regel nicht lange warten wollen, ehe sie eine Webseite benutzen können. Fünf Merkmale stechen bei der Performance-Prüfung heraus:

  • First Meaningful Paint – Dies ist die Messung der Zeit, bis alle Hauptelemente der jeweiligen Seite für den Nutzer sichtbar sind.
  • First Interactive – Die gemessene Zeit, bei der zum ersten Mal die steuerbaren und interaktiven Elemente vom Nutzer aufgerufen werden können.
  • Consistently Interactive – Dies ist die Zeitdauer, die benötigt wird, bis man vollständig mit der Webseite interagieren kann.
  • Perceptual Speed Index – Hierbei wird gemessen, wie viel Zeit vergangen ist, bis alle Inhaltsmedien die notwendigen Informationen enthalten.
  • Estimated Input Latency – Die Latenzzeit, die die Webseite benötigt, um auf eine Eingabe des Nutzers zu reagieren.

Progressive Web App

Der Progressive-Web-App-Check untersucht bei Lighthouse Google, ob Service Worker verwendet werden und eine Offline-Funktionalität gegeben ist. Ebenfalls werden alle Kriterien geprüft, die für eine gute PWA notwendig sind. Google hat diese in einer eigenen Checkliste festgehalten.

Best Practices

Lighthouse Google führt 16 Tests bei diesem Prüfkriterium durch. Tests können dabei entweder bestanden werden oder nicht. Eine Punkte-Wertung findet nicht statt. Hierzu zählt etwa, ob die Webseite HTTP/2 verwendet für seine eigenen Ressourcen, ob Anfragen zu Standort oder allgemeine Benachrichtigungen vermieden werden und ob Browserfehler in der Konsole verzeichnet werden.

Accessibility

Der Accessibility-Test prüft bei Lighthouse Google, ob die Webseite für Menschen mit Beeinträchtigungen optimiert wurde. Beispielsweise ob ein Bildschirmvorleser Teile der Webseite vorlesen kann oder nicht. Aus den 35 verschiedenen Tests wird dann ein Durchschnitt ermittelt. Wie bei der PWA-Prüfung wertet Lighthouse Google den Test entweder als bestanden oder als nicht bestanden.

SEO

Der SEO-Prüfteil wurde von Google erst nach der Veröffentlichung des Tools hinzugefügt und dürfte künftig noch um einige Testpunkte erweitert werden. Lighthouse Google prüft, ob eine Webseite suchmaschinenfreundlich gestaltet ist. Jedem der zehn Prüfkriterien werden 10 Punkte zugeteilt, sodass ein perfekter Score gegenwärtig 100 Punkte beträgt. Es wird zum Beispiel geprüft, ob der verwendete Font lesbar ist, ob das Seitendokument eine Meta-Beschreibung enthält, ob es ein Element besitzt und ob die Webseite auf Plugins verzichtet.

Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung

Künftig wird Google beim Ranking von Webseiten in der beliebten Suchmaschine auch die Ladegeschwindigkeit bei mobilen Geräten zu einem Faktor machen. Lighthouse Google ist insofern ein wichtiges Werkzeug für Webadministratoren, die sicherstellen wollen, dass ihre Webseite auch künftig immer noch in den Suchergebnissen auf den vorderen Plätzen landet. Bereits seit 2010 gilt diese Regelung schon für Desktop-User und wird nun auf Mobilgeräte ausgeweitet.

Fazit

Lighthouse Google ist für Webdesigner ein sehr nützliches Open-Source Tool, das schnell aufzeigt, wie gut eine Webseite gestaltet wurde. Zu jedem der einzelnen Prüfpunkte gibt es einen detaillierten Bericht, der die jeweiligen Verbesserungsvorschläge aufzeigt. Die Entwicklung an Lighthouse Google ist noch lange nicht abgeschlossen und so dürften in Zukunft weitere Verbesserungen und Prüfkriterien hinzukommen.


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