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Progressive Enhancement

Was ist Progressive Enhancement?

Mit dem Begriff Progressive Enhancement oder progressive Verbesserung wird ein Prozess fortdauernder Optimierung im Webdesign bezeichnet. Diese Vorgehensweise dient unter anderem der Barrierefreiheit, der Trennung von Information und Darstellung sowie der semantischen Auszeichnung. Ziel beim Progressive Enhancement ist es, Webpräsenzen für alle Besucher mit einer bestmöglichen User Experience nutzbar zu machen. Dies gilt besonders für die verwendeten Endgeräte. In diesem Zusammenhang sind responsive Inhalte von besonderer Bedeutung.

Konzept und Idee

Grundidee hinter Progressive Enhancement (aus dem Englischen: fortschreitende Verbesserung) ist es, die Basis-Form jeder Webseite für jede Art von Browser und Endgerät aufrufbar zu gestalten. Auch wenn bestimmte Funktionalitäten im Browser fehlen, beispielsweise Flash oder JavaScript, soll die grundlegende Variante der Seite sichtbar sein. Erweiterte und anspruchsvollere Funktionen stehen mit moderneren Geräten und Browsern sowie bei höherer Bandbreite zur Verfügung.

Eine Anpassung der Seiteninhalte an die technische Infrastruktur der Nutzer ist also das Ziel der fortschreitenden Verbesserung. Ein bekanntes Resultat findet sich in responsiven Inhalten. Im Zuge der Verbreitung mobiler Endgeräte bedeutet die progressive Verbesserung oftmals eine Mobiloptimierung im Sinne des Anspruchs Mobile first.

Die Vorgehensweise Progressive Enhancement kehrt damit die zuvor übliche Praxisform um, Webseiten zunächst für die modernsten Browser und Geräte auszulegen. Bei der damaligen Vorgehensweise mussten im Zweifelsfall alternative Webseitenversionen erstellt werden, damit Browser darauf zugreifen konnten.

Im Zuge des Progressive Enhancement sollen nicht nur grundlegende Inhalte dargestellt werden, sondern auch sämtliche Basis-Funktionalitäten ausgeführt werden können. Progressive Verbesserung sieht vor, anspruchsvollere oder technisch schwierige Layouts durch CSS auszulagern. Anspruchsvolle Funktionen können via JavaScript ausgelagert werden. Dadurch wird der User nicht weiter gezwungen, seinen Browser stets zu aktualisieren oder gar zu wechseln.

Entstehungsgeschichte und Entwicklung

Im Jahr 2003 wurde das Prinzip progressive Verbesserung erstmals thematisiert. Der Entwickler Steve Champeon stellt die Vorgehensweise als Weiterentwicklung der älteren Graceful Degradation dar. Diese setzte anders als die progressive Verbesserung zunächst bei den aktuellsten Browsern an und sah für veraltete Geräte Abstufungen vor. Da Nutzer in der Praxis nicht immer direkt ein Update durchführen können, um die bestmögliche Browser-Performance zu haben, gerät dieses Prinzip an seine Grenzen. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, wo flächendeckende und größere Updates hohen IT-Aufwand bedeuten.

Progressive Verbesserung wirkt diesem Problem entgegen, indem die Ausgabeversion der Website jeweils dem Stand des Endgeräts angepasst wird. Technische Voraussetzungen für anspruchsvolleres Layout oder komplexere Funktionen werden durch externe Verlinkung von CSS oder JavaScript realisiert. Sie stehen Nutzern nur dann bereit, wenn es sich um einen hinreichend ausgestatteten Browser handelt.

Vorzüge in der Suchmaschinenoptimierung

Nicht nur für die Nutzererfahrung sondern auch im Hinblick auf die Indexierung in Suchmaschinen ist das Prinzip progressiver Verbesserung von Vorteil. Webseiten, die auf die ständige Verfügbarkeit der grundlegenden Inhalte setzen, können von Suchmaschinen-Crawlern hervorragend ausgelesen werden. Da der Content leicht zugänglich ist, erleichtert dies die Indexierung der Internetseiten.

Tipp

Auch hinsichtlich Ranking ist das Progressive Enhancement vorteilhaft. Dies hängt direkt mit der verbesserten User Experience zusammen. Trifft ein Besucher auf eine Seite, die ihm unabhängig von seinem Gerät oder Browser die gewünschten Inhalte liefert, so erhöht dies die Verweildauer und reduziert gleichermaßen die Bounce Rate (Absprungrate).

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