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Flash

Das Flash Format wurde 2002 durch den Softwaregiganten Adobe als führendes Containerformat zur Illustration von Werbeeinblendungen, Websites, Spielen und als eigenständiges Videoformat eingeführt. Flash-Dateien tragen die Endungen FLV, F4V, F4P, F4A, F4B oder SWF.

 

Screenshot von Flash

 

Entwicklung und Nutzung

Schon früh in der Programmierung von Websites stießen Entwickler auf Probleme beim Einbinden von Videoinhalten. Nutzer hatten zum Abspielen eines Medieninhaltes vor dem Jahr 2000 zahlreiche verschiedene Player benötigt. Häufig wurden Videos über den Windows Media Player eingebunden, welcher dann im Hintergrund laufen musste, um sie im Browser abzuspielen. Adobe behob dieses Problem 2002 mit seiner Containerlösung. In den Flash-Dateien konnten erstmals mehrere Dateiformate kombiniert werden, ohne dass separate Player dazu notwendig waren, sie auf der Website wiederzugeben. Alles was die Nutzer von da an benötigten, war die kostenlose Erweiterung Flash Player.

Verwendung

Mit Hilfe von Flash können Entwickler und Grafiker seither interaktive Websites erstellen, in denen gleich mehrere Medieninhalte fest eingebunden sind. Sie lassen sich durch den Nutzer zu großen Teilen auch nicht mehr herunterladen. Das ermöglicht auch den Einsatz für Videos und Musik, die unter das Urheberrecht fallen und nur zum Abspielen online zur Verfügung gestellt werden sollen. Spiele im Flash Format wurden vor allem zum Zeitvertreib direkt im Browserfenster programmiert. Die Spielstände lassen sich zumeist nicht extern speichern.

Für Marketingprofis bietet sich die Möglichkeit, automatisch startende Inhalte und Videos einzubinden. Erst wenn der Inhalt durchgelaufen ist, kann der Nutzer auf die gewünschte Website zugreifen. So lassen sich Angebote oder Pop-Ups wirkungsvoll platzieren. Auch Banner und Werbeanzeigen sind ein gängiges Mittel, automatisierte Werbung vor oder in andere Inhalte zu schalten.

Nachteile des Formates

Für Nutzer und Programmierer gleichzeitig birgt die Verwendung des Players allerdings auch Nachteile. Eine Aktualisierung der Flash-Inhalte erfordert ein Neueinbinden einer neuen Flash-Datei. Auch bei gutem SEO werden Flash-Websites schlechter durch Suchmaschinen erkannt und gerankt. Die Animationen wiederholen sich stets, Nutzer sind durch die Werbeeinblendung daher oft eher genervt als unterhalten. Auf Mobilgeräten ist Flash nicht abspielbar, für die Programmierung von Apps eignet sich das Format ebenfalls nicht.

Flash-Dateien erstellen

Mit Flash Professional ermöglicht es Adobe auch Nutzern ohne Programmierkenntnisse, Flash-Dateien zu erstellen. Dazu werden Flash-ActionScripts erstellt, in die Medieninhalte eingefügt werden. Zusätzlich zu den Inhalten selbst müssen Timing und Übergänge festgelegt werden. Flash-Animationen erscheinen immer ein wenig abgehackt. Im Gegensatz zu Formaten wie GIF lässt sich die Bildrate nicht so flüssig gestalten, dass Flash wie ein echtes Video angesehen werden kann.

Das Erstellen von Flash-Dateien ist relativ mühsam und erfordert zumindest grafische Kenntnisse. Eine 10-sekündige Animation mit 24 FPS, also relativ stockend, erfordert beispielsweise das Anlegen von 240 Einzelbildern. Ein Vorteil jedoch ist es, dass interaktive Elemente direkt in die Datei eingebunden und Regeln festgelegt werden können. Nur dadurch wird beispielsweise die Erstellung von Flash-Games möglich.

Flash im Marketing nutzen

Als Marketingexperte nutzen Sie Flash vor allem für Ihre Werbeeinblendungen. Dennoch können Sie auch in diesen Popups und Bannern dem Kunden Wahlmöglichkeiten bieten. Zum einen ist eine gewisse Haptik gegeben, wenn der Kunde innerhalb der Werbung Button betätigen kann. Zum anderen wissen Sie durch die Weiterleitung, dass Ihre Werbeeinblendungen wirklich genutzt werden.

Schwieriger wird es mit Video- und Audioinhalten. Grundsätzlich sollte dem Nutzer eine Möglichkeit geboten werden, Werbeinhalte zu stoppen und später fortzusetzen. Allerdings zeigt sich, dass Marketingvideos häufiger zu Ende angesehen werden, wenn sie sich eben nicht anhalten lassen und versprechen, dennoch gegen Ende einen Mehrwert zu bieten. Stellen Sie jedoch die Nerven Ihrer Kunden nicht auf die Probe, indem Sie im Videoinhalt die Länge nicht angeben. Interessenten müssen sich die Zeit, in der Sie Ihre Inhalte sehen, frei halten, um die Werbeeinblendung überhaupt verfolgen zu können.

Die Tonspur sollte der Nutzer in jedem Fall deaktivieren können, wann immer er möchte. Nur so garantieren Sie ein frustfreies Erlebnis, wenn Interessenten am Arbeitsplatz oder in einer öffentlichen Situation auf Ihre Inhalte stoßen und sich für den Content rund um die Flash-Datei interessieren.

Format mit Zukunft?

Schon seit einigen Jahren ist klar, dass das Flash-Format nur eine begrenzte Zukunft im sich rasch entwickelnden Internet haben wird. Adobe kündigte Ende 2017 nun an, die Weiterentwicklung des Flash-Players endgültig auslaufen zu lassen. Nicht nur wegen Sicherheitslücken war das Format zuletzt in die Kritik geraten. Es konnte den Anforderungen von mobilen Apps und responsive Design letztlich auch nicht mehr gerecht werden.

 

Tipp

Ende 2020 stellt Adobe daher den Flash-Support ein. Microsoft wird neben Flash auch Edge aus seinen Softwarelösungen entfernen. Neue Formate sollen bis 2020 auf den Markt kommen. HTML5 ist aktuell die beste Alternative für Programmierer, die schon jetzt auf Flash verzichten möchten.

 

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