Spamfilter

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Was sind Spamfilter?

Spamfilter sind Softwareprogramme, die ├╝ber das Internet versendete elektronische Nachrichten filtern. Sie wurden entwickelt, um Spam, also unerw├╝nschte E-Mails, auszusortieren, bevor diese im E-Mail-Posteingang des Nutzers ankommen. Ihre Aufgabe ist es, unwillkommene Nachrichten zu erkennen. Viele E-Mail-Programme beinhalten eine Spamfilter-Funktion, die je nach Einstellung des Nutzers als Spam klassifizierte E-Mails, automatisch in einen speziellen Ordner ablegt oder direkt l├Âscht. Dieser Ordnerinhalt kann sich automatisch in bestimmten Zeitintervallen durch das Programm leeren.

Elektronische Nachrichten k├Ânnen von den Empf├Ąngern unerw├╝nscht sein, weil es sich um unaufgeforderte Werbemitteilungen oder Dienstleistungsangebote handelt. Spamfilter kann man auch nutzen, um Phishing Mails abzufangen. Phishing Mails zielen auf das betr├╝gerische Aussp├Ąhen von sensiblen Daten ab, beispielsweise Passw├Ârter oder Kreditkartendaten. Durch Weiterentwicklungen kommen Spamfilter als Werbeblocker┬ázum Einsatz. ├ťber ein im Browser installiertes Add-on blockieren sie die Einblendung von Werbebannern auf Internetseiten. Spamfilter werden auch in Internetforen oder auf Blogs installiert, um abgegebene Kommentare vor ihrer Ver├Âffentlichung auf unerw├╝nschte Inhalte zu ├╝berpr├╝fen.

Statische Filtertechniken f├╝r die Spamerkennung

Die einfachste Vorgehensweise eines Spamfilters ist, den Inhalt einer Nachricht nach einer vordefinierten Liste von W├Ârtern und Wortkombinationen zu durchsuchen. Taucht einer dieser Begriffe auf, wird die Nachricht ausgesteuert. Nach dieser Methode k├Ânnen auch E-Mails von negativ gelisteten Absendern oder IP-Adressen geblockt werden. E-Mails mit potenzieller Schadsoftware im Anhang k├Ânnen ├╝ber einen Dateianhang-Filter abgefangen werden. Der Filter sperrt E-Mail-Anh├Ąnge in bestimmten Dateiformaten, der Empf├Ąnger erh├Ąlt nur den reinen Textinhalt der E-Mail. Diese Arten des statischen Filterns nach dem Blacklist-Prinzip erfordern einen relativ hohen Aufwand bei der Erstellung und fortlaufenden Aktualisierung der Kriterienlisten. Spamversender k├Ânnen sich der Erkennung leicht entziehen. Die Fehlerrate beim Filtern ist verh├Ąltnism├Ą├čig hoch, das bedeutet Spamnachrichten erkennt der Filter nicht und stellt diese nicht zu. Umgekehrt erreichen seri├Âse Nachrichten den Empf├Ąnger nicht, da sie aussortiert und je nach Filterkonfiguration direkt gel├Âscht werden.

Heuristische Anti-Spam-Technologien

Aktuelle Spamfilter-Software nutzt mehrere Kriterien und komplexere Filterregeln, um erw├╝nschte von unerw├╝nschten Nachrichten zu unterscheiden. Sie verwendet heuristische Methoden, mit deren Hilfe man das Programm trainiert. Eines dieser lernenden Systeme ist die Klassifikator-Methode auf Basis der bayesschen Wahrscheinlichkeit. Nach diesem Konzept wird Wahrscheinlichkeit nicht objektiv als relative H├Ąufigkeit aufgefasst. Wahrscheinlichkeit nach Bayes ist subjektiv, d. h. von der jeweiligen pers├Ânlichen Einsch├Ątzung abh├Ąngig. Spamfilter-Software, die nach diesem Grundsatz filtert, beruht auf dem mathematischen Prinzip, dass Ereignisse voneinander abh├Ąngen und dass sich die Wahrscheinlichkeit eines zuk├╝nftigen Ereignisses aus vorherigen Ereignissen ableiten l├Ąsst.

Tauchen Merkmale aus einer einmal als Spam identifizierten Nachricht in einer zuk├╝nftigen Nachricht erneut auf, handelt es sich bei der neuen Nachricht mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls um Spam. Bei der Neueinf├╝hrung eines bayesschen Spamfilters muss der Nutzer zun├Ąchst etwa 1000 E-Mails als Spam oder Nicht-Spam kategorisieren. E-Mailanbieter liefern diese Grundklassifizierung h├Ąufig bereits mit. Ausgehend von dieser Basis ├╝bernimmt die Filtersoftware die Nachrichtenklassifizierung anhand der erlernten Wortfrequenzen und Inhaltsmuster. Bereits zu Beginn arbeiten derartige Systeme mit Fehlerquoten von unter 5 Prozent.

Tipp

Bayessche Filtermechanismen beziehen jede Korrektur, die der Nutzer an softwareseitig falsch einsortieren Nachrichten vornimmt, bei zuk├╝nftigen Entscheidungen mit ein. Sie passen sich damit von selbst an neue Spamtaktiken an.


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