Datenminimierungsgebot

Was ist das Datenminimierungsgebot?

In den letzten Jahren tobte ein ziemlich erbitterter Kampf zwischen Daten- und Verbrauchersch├╝tzern sowie insbesondere der IT/TK-Industrie um eine Modernisierung des Datenschutzrechtes als Grundlage f├╝r wirtschaftliches Handeln. Noch vor einigen Jahren gab es das absolute Gebot der Datensparsamkeit bzw. Minimierung. So war es beispielsweise nur sehr wenigen Unternehmen ├╝berhaupt erlaubt das Geburtsdatum abzuspeichern, um vielleicht zus├Ątzliche Angebote bezugnehmend auf die ├╝blichen Konsumgewohnheiten vergleichbarer Kunden bzw. Lebensalter unterbreiten zu k├Ânnen.

Im Klartext bedeutete das im Bundesdatenschutzgesetz verankerte Datenminimierungsgebot, dass lediglich die Bezahldaten entsprechend den Aufbewahrungspflichten des Handelsgesetzbuches aufbewahrt werden mussten und der Kunde die jederzeitige L├Âschung der Daten verlangen konnte.┬á

Das insbesondere in Deutschland gewachsene Bewusstsein im Bezug auf das Datenminimierungsgebot setzen die Unternehmen heutzutage aber in positiver Art und Weise um: Um die Hemmschwellen des Einkaufs zu senken ist ein Einkauf auch so m├Âglich, dass ein Gastzugang erstellt wird und in der Kundendatenbank langfristig keine pers├Ânlichen Daten gespeichert werden. Voraussetzung hierf├╝r ist aber eine sichere und sofort pr├╝fbare Zahlungsart – die Zahlungsart “auf Rechnung” kann dann nicht eingesetzt werden.

Data Mining und Cross-Selling: Nat├╝rliche Antipode zum Datenminimierungsgebot

In den letzten Jahren hat sich aber zunehmend das Bewusstsein durchgesetzt, dass die Kundendaten sowohl zum Nutzen der Kunden, als auch der Unternehmen verwendet werden sollten. Oftmals auch inspiriert von den Internetgiganten Amazon oder ebay, die aufgrund der gesammelten Daten interessante Angebote unterbreiten. Wer einige Male B├╝cher oder ├Ąhnliche Artikel eingekauft hat, wird diesen Service sogar durchaus zu sch├Ątzen wissen.

Die Erg├Ąnzungen des Bundesdatenschutzgesetzes – vor dem ├ťbergang zur EU Datenschutzgrundverordnung – sahen deshalb auch ein sukzessives Aufweichen vom Datenminimierungsgebot vor. So wurde einigen Branchen erlaubt die Geburtsdaten von Kunden grunds├Ątzlich zu speichern, um neue Identifizierungspflichten zu erf├╝llen.

Die Verarbeitung der bei den Transaktionen entstehenden Daten ist auch deshalb von hoher Bedeutung, da sich aus jedem einzelnen Kauf Wahrscheinlichkeiten f├╝r Cross-Selling und auch die Potenziale von Kunden errechnen lassen. Deshalb l├Ąsst sich nachvollziehbar formulieren, dass Data Mining (also das Sch├╝rfen von Daten) mit dem Ziel der Angebotsunterbreitung sozusagen der nat├╝rliche Gegenpol zu einem Datenminimierungsgebot ist.

Data Mining bietet im Gegensatz zum absoluten Datenminmierungsgebot auch den Kundinnen und Kunden Vorteile: Unternehmen k├Ânnen gezielt Sonderangebote unterbreiten und damit Fixkosten auf Mehrumsatz verteilen. Insbesondere dann sinnvoll, wenn die Kunden die G├╝ter oder Dienstleistungen zum vollen Preis nicht kaufen w├╝rden.

Strategien zur Minderung der Folgen des fr├╝heren Datenminierungsgebots

Als Unternehmer k├Ânnen Sie mit der heutigen Datenschutzgrundverordnung wesentlich besser leben. Wenn Sie die Zustimmung zur Datenverarbeitung und Kundenansprache beispielsweise per E-Mail einholen, dann steht dem Versenden von Angeboten und der Datennutzung nichts mehr im Wege. Die aus dem fr├╝heren Datenminimierungsgebot entstandenen psychologischen Hemmschwellen lassen sich dadurch ├╝berwinden, dass den Kunden im Gegenzug f├╝r die Daten- und Umsatzpeicherung mit steigendem Umsatz sukzessive Vorteile einger├Ąumt werden. Vorbilder hier w├Ąren die verschiedenen Punktesammelsysteme von branchen├╝bergreifenden Anbietern oder auch Fluggesellschaften und Bahnunternehmen.


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