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Adblocker

Was ist ein Adblocker?

Ein Adblocker ist ein Werbefilter, der in ein laufendes Programm eingebunden wird. Meist handelt es sich um eine Erweiterung für Webbrowser, im engl. ‘Plug-in’. Ziel des Adblockers ist das Verbergen von Werbung in Form von Text, Bild, Video oder Pop-up.

Aufkommen und Verbreitung

Erste Adblocker erschienen in den 90er Jahren für Fernseher, die bei Werbepausen auf den nächsten Kanal umschalten konnten. Bekanntheit erlangte das Programm ‘Fernsehfee’, das Werbung aus einer Aufnahme in Echtzeit ausschneiden konnte. Bereits vor der Jahrtausendwende gerieten Adblocker damit in die Kontroverse. Viele Fernsehsender kritisierten, dass eine Verbreitung von Werbebannern zu deutlichen Gewinneinbußen führen könnte. In einem langjährigen Prozess gegen eine Vielzahl an Herstellern verlor RTL im Jahr 2004 vor dem Bundesgerichtshof. Im Fernsehen konnten sich Werbefilter dennoch nicht verbreiten. Meist handelt es sich um Zusatzsoftware im höheren Preissegment.

Stattdessen sind Werbefilter im Internet bekannt geworden. Gegen hartnäckige Pop-up-Werbung und vulgäre Werbeeinblendungen bildete sich ein hohes Interesse an Werbefiltern. ‘Adblock’ zählt zur bekanntesten Open-Source-Software unter Webbrowser-Plug-ins. Anfangs ist der Werbefilter im Jahr 2009 nur für den Browser Mozilla Firefox erschienen. Im Jahr 2015 übernahm ein Großinvestor das Unternehmen, um es mit ‘BetaFish Incorporated’ zu leiten. Mittlerweile ist Adblock für die Webbrowser Google Chrome, Opera und Safari fortentwickelt worden.

Wie funktioniert ein Adblocker?

Die meisten Internetfilter existieren als Plug-in zur Einbettung in den Browser. In der Standardeinstellung ist es üblich, dass der Adblocker die Werbung auf allen Seiten blockiert. Über eine Liste mit Ausnahmen kann der Nutzer gewünschte Werbung auf bestimmten Seiten aktivieren. In der Einstellung hat der Nutzer oft die Alternative, Werbung prinzipiell zuzulassen und nur auf Seiten aus eigenen Filterlisten zu blockieren. Die zuverlässige Erkennung von Werbung ist nach wie vor eine Herausforderung. Grundsätzlich wird unter drei Verfahren unterschieden.

Beim Endfilter-Verfahren wird Werbung nach ihrer Einbettung identifiziert. Oft ist sie bereits an der Einbindung im Quellcode zu erkennen. Der Webseitenprogrammierer markiert eine Werbeeinblendung, indem er ihr einen Bezeichner zuordnet. In HTML ist dies etwa ‘/adserv/‘ oder ‘/ads/’. Pop-up-Werbung wird vom Adblocker anhand der URL und bestimmter Begriffe in der Seitenbeschreibung erkannt. Unerkannt bleiben dagegen bewusst kaschierte Einblendungen, insbesondere von Text und Bildern innerhalb der Webseite. Vorfilter-Verfahren verfolgen dagegen das Ziel, Werbung anhand des Nutzerverhaltens zu erkennen. Dazu werden umfangreiche Listen geführt, in denen Werbeseiten gelistet sind. Bei einem Seitenaufruf gleicht der Adblocker die Einblendung mit seinen Listen ab. Schwierigkeiten bestehen darin, dass die automatische Erweiterung der Listen ohne manuelle Korrektur zu fehlerhaftem Blockieren von gewünschten Inhalten führen kann.

Darüber hinaus führt das Vorfilter-Verfahren zu einer Verschlechterung der Performance, da bei jedem Seitenaufruf ein Abgleich stattfinden muss. Andererseits fällt es Entwicklern schwerer, Werbung zu verstecken. Zuletzt schafft das Deaktivierungs-Verfahren bei technisch aufwendigen Werbeeinblendungen eine Abhilfe. So sind Animationen und Videos auf Programmiersprachen, insbesondere JavaScript, angewiesen.

Das Deaktivierungs-Verfahren schränkt die Unterstützung von Skriptsprachen des verwendeten Browsers aus. Das Verfahren kommt zum Einsatz, wenn Werbung besonders aufdringlich ist, sich mit den übrigen Verfahren aber nicht ausblenden lässt. Im Gegenzug führt die Deaktivierung von JavaScript dazu, dass auch gewünschte Animationen nicht mehr funktionieren.

Nutzen und Nachteile eines Adblockers

Der Hauptvorteil eines Werbeblockers liegt in der verbesserten Benutzbarkeit von Webseiten. Durch die Ausblendung von ablenkender Werbung steigt die Performanz der Übertragung, während die Auslastung der Internetverbindung gemindert wird. Entwickler von Adblockern möchten bewirken, dass Webseitenbetreiber eingebettete Werbung unauffälliger gestalten. Insbesondere sollen ablenkende Animationen und Pop-ups unterbunden werden.

Darüber hinaus verbessern Adblocker den Datenschutz, da sie das automatische Sammeln von Nutzerdaten unterbinden. Data-Mining-Algorithmen kommen oft zum Einsatz, um die Reichweite der Werbung zu ermitteln. Ein weiterer Vorteil besteht im verbesserten Schutz vor schädlicher Software. Wenn ein Webseitenbetreiber eine Fremdwerbung nicht prüft, können schädliche Viren über Animationswerbung auf seriösen Seiten eingeschleust werden. Im Gegenzug führt eine automatische Filterung von Adblockern zu einer Verdiensteinbuße bei Webseitenbetreibern. Damit wird die Entwicklung neuer Dienstleistungen aufgrund geringer Profitaussichten behindert. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass Adlocker keine absolute Zuverlässigkeit garantieren können. Abhängig von der Empfindlichkeit des Adblockers können erwünschte Inhalte blockiert werden, ohne dass dies dem Nutzer auffällt.

Gegenmaßnahmen der Werbeindustrie

Bislang haben sich zwei Gegenmaßnahmen der Webseitenbetreiber behauptet, das Umgehen von Filtern und deren Erkennung. Viele Webseitenbetreiber nutzen die Strategie der dynamischen URL-Zuweisung. Die Absicht besteht in der Einbettung von Pop-up-Werbung, deren URL bei jedem Aufruf neu generiert wird. Damit verfolgt man das Ziel, dass das Pop-up-Fenster bei einem Abgleich mit Blacklisten nicht gefiltert wird. Bisher ist es dem Nachrichtenportal Online Focus gelungen, Bannerwerbung gegenüber einem üblichen Adblocker zu verstecken.

Zudem hat man Anti-Adblocker entwickelt, die Werbung so einbinden, dass ein üblicher Adblocker sie nicht erkennen kann. Dazu zählen die Programme ’tisoomi’ und ‘AdDefend’. Die zweite Gegenmaßnahme erkennt einen Nutzer, der einen Abblocker aktiviert hat. Anschließend setzen sie Layer-Inhalte ein. Dies sind Einblendungen, die den eigentlichen Inhalt überschatten. Dabei handelt es sich um Warnmeldungen, die eine Deaktivierung des Adblockers fordern. Geht der Nutzer der Bitte nach, kann er auf den Inhalt der Seite zugreifen. Gegenüber beiden Maßnahmen bemühen sich Adblocker-Entwickler, selbst Gegenmaßnahmen zu finden. Dies führt zu einem Wettrüsten gegenüber Werbeblockern und Werbeindustrie.

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