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Nextcloud

Was ist Nextcloud?

Nextcloud ist eine kostenlose Open Source Cloud-Software für die verschlüsselte Speicherung von Daten in einer Cloud oder auf eigenen Servern. Nextcloud ist eine Alternative zu Cloud-Speichern wie Dropbox, Google Drive und OneDrive und wurde erstmals im Jahr 2016 als ein Fork der Owncloud Cloud-Software veröffentlicht.

Allgemeine Informationen zu Cloud-Speichern

Cloudspeicher wie Dropbox, Google Drive und OneDrive sind heutzutage sehr beliebt. Sie synchronisieren die Dateien der Nutzer automatisch mit der Cloud über verschiedene Geräte hinweg, sodass die Daten leicht zugänglich sind und nicht verloren gehen. Die Dienste sind einfach zu bedienen und werden von großen Unternehmen betrieben, die daran interessiert sind, einen sicheren und zuverlässigen Service zu bieten. Allerdings haben diese Angebote auch Nachteile.

(c) Screenshot aus Nextcloud

Dropbox und andere Clouddienstleister bieten ihren Kunden nur einen begrenzten kostenlosen Speicherplatz. Wenn Kunden mehr Platz zum Speichern ihrer Daten benötigen, müssen sie für eine Erweiterung bezahlen. Hinzu kommt, dass die Daten zum größten Teil in den USA gespeichert werden, wodurch sich Probleme hinschlich des Datenschutzes ergeben können. Grund dafür ist der nach dem 11. September 2001 verabschiedete sogenannte Patriot Act. Der Patriot Act ist ein Anti-Terror-Gesetz, das es amerikanischen Geheimdiensten oder dem FBI erlaubt, bei einem US-amerikanischen Cloud-Dienstleister jederzeit ohne richterlichen Beschluss und ohne den Eigentümer der Daten darüber informieren zu müssen, auf die gespeicherten Daten zuzugreifen.

Anbieter wie Apple behalten sich das Recht vor, die gespeicherten Daten jederzeit ohne vorherige Ankündigung und nach eigenem Ermessen abzulehnen, zu ändern oder zu entfernen.

Nextcloud wurde entwickelt, um es Privatpersonen und Unternehmen zu ermöglichen, ihre Daten in einer Cloud oder auf eigenen Servern verschlüsselt zu speichern und so jederzeit die volle Kontrolle über ihre Daten zu haben. Nextcloud ist ein relativ junges Projekt, das sowohl für Einzelpersonen wie auch Unternehmen mit vielen Benutzern konzipiert wurde.

Sicherheit durch benutzerdefinierte Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung dient dazu, die Cloud-Accounts besser gegen unbefugte Zugriffe zu schützen. Für die Anmeldung zu einem Account werden bei 2FA zwei verschiedene Nachweise für die Identität des Users benötigt. Die sind die beiden Faktoren. Der erste Faktor ist in der Regel ein Passwort. Der zweite Faktor kann ein Hardware Token oder beispielsweise eine Nachricht sein, die auf das Mobiltelefon des Users gesendet wird. Dadurch müsste ein Unbefugter nicht nur das Passwort kennen, sondern auch auf das Mobiltelefon des Accountinhabers zugreifen können, um sich in das System einzuloggen. Standardmäßig werden von der Cloudsoftware bereits mehrere der Zweitfaktoren unterstützt, zu denen jederzeit weitere durch den Administrator hinzugefügt werden können.

Sobald die Zwei-Faktor-Authentifizierungs-App vom Administrator aktiviert wurde, können User die Authentifizierung in Ihren persönlichen Einstellungen aktivieren und konfigurieren. Bei aktiven Sitzungen können die Authentifizierungen gelöscht werden, indem der Benutzer in den Admin-Einstellungen entfernt oder Kennwörter geändert werden. Administratoren können die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Benutzer in der Befehlszeile aktivieren oder deaktivieren.

Datenverschlüsselung

Nextcloud bietet eine serverseitige Verschlüsselung. Um Neueinsteigern eine bessere Benutzererfahrung zu bieten, ist die Verschlüsselung nicht standardmäßig aktiviert. Nextcloudserver verschlüsseln die Remote-Daten, aber der lokale Speicher arbeitet standardmäßig ohne Verschlüsselung. Durch die Verschlüsselung wächst die Dateigröße um ca. 35 %. Ein Nachteil, den User meist jedoch gerne in Kauf nehmen.

Nach der Aktivierung kann die serverseitige Verschlüsselung im Administrator-Dashboard nicht wieder deaktiviert werden. Das bedeutet, Nutzer sollten sicherstellen, dass die Benutzerschlüssel regelmäßig gesichert werden. Wenn ein Schlüssel verloren geht, können User auf diese Daten nicht mehr zugegriffen werden.

Federation Sharing

Ein weiteres Feature ist Federation Sharing. Diese Funktion ermöglicht Dateifreigaben von entfernten Nextcloud-Servern oder anderen Servern, die Nextcloud unterstützen, wie beispielsweise ownCloud-betriebene Server. Federation Sharing ermöglicht es Usern eigene Cloud-Cluster zu erstellen. Dies funktioniert ähnlich wie die Ordner in Dropbox oder Google Drive, zu denen User eingeladen werden, um Daten zu speichern oder abzurufen und einen gemeinsamen Zugriff auf diese Ordner haben. Die Cloudsoftware verwendet jedoch ein offenes Protokoll, das mit vielen anderen Anbietern kompatibel ist. Mit der External Storage Support-Anwendung Mounted Shares können Administratoren externe Speicherdienste und -geräte als sekundäre Speichergeräte bereitstellen. Sie können Benutzern zudem erlauben, eigene externen Speicherdienste zu nutzen.

Freigabeberechtigungen in Nextcloud

Die Freigabeberechtigungen ermöglichen eine dezentrale Dateifreigabe mit flexiblen Administratorrechten zum Festlegen individueller Benutzerberechtigungen, unabhängig davon, wo die Daten gespeichert sind. Nutzer können eine sogenannte Federated Cloud ID verwenden, um Dateien basierend auf ihrem Nutzernamen mit anderen Nextcloud-Nutzern zu teilen – zum Beispiel: Nutzername@beispiel.de/nextcloud.

Server Information App

Mit der Server Information App können Administratoren die Leistung ihres Nextcloud Servers jederzeit überprüfen. Dies kann zur Fehlerbehebung oder zur Verbesserung der Leistung des Servers hilfreich sein. Die App ist Teil der Cloudsoftware-Installation und muss nicht manuell installiert werden, um sie nutzen zu können. Über die Server Information App können beispielsweise die CPU-Auslastung und Speicherauslastung, die Anzahl der aktiven Benutzer, Speicherstatistiken, Servereinstellungen, PHP-Version, Datenbanktyp und -größe, Speicherlimits und mehr überprüft werden.

Nextcloud-Box

Für Anwender, die mehr Kontrolle über ihre Daten haben möchten, ohne sich um die Systemverwaltung kümmern zu müssen, hat Nextcloud in Zusammenarbeit mit Canonical und WDLabs, einem Unternehmensbereich des Festplattenhersteller Western Digital, die Nextcloud-Box entwickelt. Die Box wird für die Installation einer privaten Cloud und als IoT-Lösung für Heimanwender eingesetzt. Die Box besteht aus einer 1 TB USB3-Festplatte von WDLabs und einem Raspberry Pi 2 Prozessor. Ein Ubuntu Core ist das Standardbetriebssystem, das auf der Festplatte installiert ist. Auf der Serverseite verwendet die Box einen Apache-Webserver, MySQL und die neueste Cloudsoftware-Version.

Die Box dient als kleiner lokaler Server für Heimnetzwerke. Standardmäßig funktioniert die Nextcloud Box nur in dem Netzwerk, mit dem sie verbunden ist, zum Beispiel dem Heim-LAN. Um die Box von außerhalb erreichen zu können, ist die Konfiguration von https und Router-Ports erforderlich. Anwendungsbereiche der Box sind ein gemeinsames lokales Netzwerk innerhalb einer Familie, auf das jeder von jedem Gerät zugreifen kann oder Start-ups und Arbeitsteams, die innerhalb ihres physischen Raums Dateien gemeinsam nutzen können. Laut Informationen auf der Nextcloud Webseite hat Western Digital den Bereich WDLabs mittlerweile geschlossen, sodass die Boxen aktuell nicht mehr produziert werden und so gut wie ausverkauft sind. Ob es einen neuen Hersteller oder ein Nachfolgemodell geben wird, ist zurzeit (Juli 2018) nicht bekannt.

Nextcloud konnte das Angebot von ownCloud in mehrfacher Hinsicht verbessern. Es ist wichtig, bei der Wahl eine Speicherlösung die Vor- und Nachteile der Open-Source- und kommerziellen Optionen gegeneinander abzuwägen. Dass Open-Source-File-Sharing-Tool Nextcloud ist eine praktikable, kostenlose und attraktive Option für viele Einzelpersonen und Unternehmen.

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